Trendwende bei älteren Arbeitslosen erreicht

Video1. Dezember 2017, 15:08
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Die Gesamtarbeitslosigkeit ging um 0,8 Punkte auf 8,2 Prozent zurück, es gibt ein Drittel mehr offene Stellen

Wien – Die Arbeitslosigkeit geht in Österreich weiter zurück. Im November sank die Zahl der arbeitslosen Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren Ende November 404.699 Personen beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. Damit habe sich der Rückgang weiter beschleunigt, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

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Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück – und zwar recht deutlich.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sank damit um 0,8 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang in der Industrie und auf dem Bau aus. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen ist um mehr als ein Drittel auf 54.745 gestiegen.

In der Steiermark sank die Zahl der Arbeitslosen sogar knapp zweistellig. Deutliche weniger Arbeitssuchende gab es auch in Tirol und dem Burgenland. Wien und Vorarlberg sahen den geringsten Rückgang.

Trendwende bei Älteren und Langzeitarbeitslosen

Jeweils über sieben Prozent weniger Arbeitslose gab es unter Jugendlichen und Personen im Haupterwerbsalter bis 49. Doch die beinahe erreichte Trendwende vom Oktober ist nun bei den älteren Arbeitslosen eingetreten. Im November gab es 1,4 Prozent weniger Jobsucher ab 50. Auch bei den Langzeitarbeitslosen gab es einen Rückgang um beinahe drei Prozent.

Das ist zum Teil auf die Aktion 20.000 zurückzuführen, die für ältere Langzeitarbeitslose vorerst in ausgewählten Modellregionen Jobs schafft. Laut Sozialministerium sind dabei mehr als 1.500 zusätzliche Stellen besetzt worden. Allerdings müssen auch andere Faktoren eine Rolle spielen, denn die Aktion läuft bereits seit Juli, während der Rückgang der Arbeitslosigkeit unter Älteren im November allein dem Wert von 1.500 entspricht. AMS-Chef Johannes Kopf hatte angesichts der guten Arbeitsmarktentwicklung im Gespräch mit dem STANDARD zuletzt dafür plädiert, die Aktion 20.000 zu redimensionieren und die Mittel in weitere Qualifikationsmaßnahmen zu stecken.

Besser im EU-Vergleich

Auch im europäischen Vergleich konnte Österreich wieder einen Platz gutmachen. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent nach EU-Definition liegt Österreich nun auf Platz neun. Tschechien, Malta und Deutschland haben mit jeweils unter drei Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit, Italien Spanien und Griechenland weiterhin die höchste.

Rückgang auch in Wien

Auch in Wien ist die Zahl der Jobsuchenden gesunken. 117.959 Menschen – 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr – waren im November arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Schulungsteilnehmer um 9,5 Prozent auf 33.200 Personen. In Summe ergibt das einen Rückgang um 2,9 Prozent, teilte das Wiener AMS am Freitag mit.

Unter den 117.959 arbeitslos gemeldeten Personen waren 49.378 Frauen. Das AMS Wien kündigte an, im kommenden Jahr den Fokus besonders auf arbeitslose Frauen zu legen. "Wir werden bis Ende 2018 für jede einzelne Frau ein Angebot haben, mit jeder werden wir uns gemeinsam anschauen, welcher der richtige und passende weitere Weg sein wird", sagte AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. Ab Jänner werden wöchentlich – auf alle Wiener Geschäftsstellen verteilt – Infoveranstaltungen stattfinden, zu denen im Lauf des Jahres sämtliche beim AMS Wien vorgemerkten Frauen persönlich eingeladen werden. (APA, slp, 1.12.2017)

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