Unten bekanntes Wirtshaus, oben Luxusimmobilie

    11. Dezember 2017, 16:09
    12 Postings

    Im Haus des Gmoakellers entstehen neue Wohnungen

    Unten hat Franz Antel eine Szene seines ersten Bockerer-Films gedreht, oben werden bald große Dachflächenfenster einen passablen Fernblick bieten. Das Haus Am Heumarkt 25, in dem eines von Wiens ältesten Wirtshäusern beheimatet ist, wird saniert. In dem Gründerzeithaus werden zwölf Altbauwohnungen und das Dachgeschoß mit weiteren acht Wohneinheiten ausgebaut. "Wir stehen kurz vor dem Vermarktungsstart, zwei der Altbauwohnungen sind allerdings schon verkauft", so David Breitwieser von der EHL Immobilien GmbH, die das Projekt vermarktet. Auf seiner Vormerkliste hat er überwiegend "wohlhabende österreichische Kunden aus dem Westen des Landes" stehen, die eine Stadtwohnung in der Nähe des ersten Bezirks haben wollen.

    Wiederbelebung eines historischen Hauses

    Realisiert wird das Projekt vom Bauprojektentwickler BOP. "Mit dem Haus wurde jahrelang nichts gemacht, der Bauträger versucht den Charme des historischen Gebäudes wiederzubeleben", so Breitwieser. Vor allem das Stiegenhaus und der Innenhof seien sanierungsbedürftig.

    Betroffen von den Arbeiten ist auch der altehrwürdige Gmoakeller, der seit 2000 von Sebastian Laskowsky geführt und gern von Künstlern und Besuchern des nahegelegenen Akademietheaters und Konzerthauses frequentiert wird. Erst vor fünf Jahren wurde erstmals seit Bestehen des Hauses und Lokals, das Stadtbaumeister Anton Ölzelt 1885 errichtet hat, der Keller als Gastraum adaptiert. Die zeitgemäße Neugestaltung war damals nach Plänen der SUE-Architekten durchgeführt worden.

    Der Wirt, der nicht mit schlimmen Einschränkungen für den Betrieb rechnet, zeigt sich dem Vorhaben gegenüber recht entspannt, wenn es nicht zu lange dauert: "Bauphasen sind nie lustig, aber das Haus ist baufällig, und es ist gut, dass etwas passiert." Das Haus sei jahrelang immer wieder verkauft worden, ohne dass etwas geschehen sei, was auch nicht gerade angenehm gewesen sei.

    Der genaue Baustart war vom Bauträger noch nicht zu erfahren, die Fertigstellung ist für Frühsommer 2019 geplant. Zu haben sind die Wohnungen laut EHL ab 6.000 Euro pro Quadratmeter. (adem, 11.12.2017)

    • Blick ins historische Stiegenhaus.
      visualisierung: ght-plan

      Blick ins historische Stiegenhaus.

    • Wohnbeispiel mit Blick aus einer der Altbauwohnungen.
      visualisierung: ght-plan

      Wohnbeispiel mit Blick aus einer der Altbauwohnungen.

    Share if you care.