Geballte Comicladung in Wien: Die Liebe der letzten Tage

30. November 2017, 17:03
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Freunde der Zeichenkunst dürfen sich freuen: Mit Scott McCloud, Bastien Vivès, Craig Thompson und Ulli Lust sind am Samstag gleich vier Stars der Graphic-Novel-Szene zu Gast bei den Erich-Fried-Tagen in Wien

Wien – Dieser Herbst hält Comicfans auf Trab: Mit dem frankophonen Comicfestival auf der Buch Wien und der Vienna Comic Con gab es bereits Gelegenheit, Zeichnern und Autoren hautnah wie selten zu begegnen. Nun sind im Rahmen der derzeit in Wien stattfindenden Erich-Fried-Tage unter dem Motto "Ach! Reden über die Liebe" absolute Kapazunder der Graphic-Novel-Szene zu Gast.

Den Anfang macht der US-Zeichner und -theoretiker Scott McCloud, der mit seinen Standardwerken Understanding Comics (1993) das Medium in bisher nie dagewesener Form definiert und umrissen hat – in Form eines Sachcomics. Weitere Grundlagenwerke der Comicforschung folgten. 2015 veröffentlichte McCloud nach langer Schaffenspause erstmals einen Comicroman: In Der Bildhauer erzählt er nach allen Regeln der Comickunst eine fantastische und herzzerreißende Story in Faust’schen Dimensionen. Im Literaturhaus in Wien wird er den 500 Seiten starken Band vorstellen.

anne zauner
Teaser für die Erich-Fried-Tage 2017.

Den nächsten Auftritt hat Bastien Vivès, der als Wunderkind der ohnehin sehr reichhaltigen französischen Comiclandschaft gehandelt wird. Er ist bekannt für seine eigenwilligen, stilistisch und inhaltlich variantenreichen Erzählungen wie Der Geschmack von Chlor, In meinen Augen, Polina und – zum Festivalthema passend – Die Liebe.

Ein Star der Independent-Szene ist der US-Künstler Craig Thompson: Seinen Durchbruch feierte er mit dem vielfach prämierten autobiografischen Comicroman Blankets, ebenso erfolgreich war die epische Liebesgeschichte Habibi. Zuletzt erschien sein SF-Märchen Weltraumkrümel.

Autobiografisch

Der Headliner des Tages ist Ulli Lust, die erstmals in Österreich ihr neues Buch Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein präsentiert. Die aus Wien stammende Berlinerin hat sich mit dem vielbeachteten autobiografischen Punk-Comicroman Heute ist der letzte Tag meines Lebens in die internationale Graphic-Novel-Spitze gezeichnet. Ihr neues Buch erzählt, ebenfalls autobiografisch, von utopischer Liebe zu dritt, sexuellen Obsessionen, Geschlechterkonflikten und Selbstbefreiung. (Karin Krichmayr, 30.11.2017)

2. 12., Literaturhaus, 1070 Wien

Erich-Fried-Tage

  • Utopische Liebe und sexuelle Obsession liegen in "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein" der Berlinerin Ulli Lust nahe beieinander.
    foto: ulli lust

    Utopische Liebe und sexuelle Obsession liegen in "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein" der Berlinerin Ulli Lust nahe beieinander.

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