Gauland plant Kampfkandidatur um AfD-Parteivorsitz

30. November 2017, 13:37
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Bundestags-Fraktionschef will angeblich mit Meuthen Doppelspitze bilden

Berlin – Der Fraktionschef der rechtspopulistischen deutschen Alexander Gauland plant nach "Bild"-Informationen auf dem Bundesparteitag eine Kampfkandidatur gegen den Berliner Landeschef Georg Pazderski um den Parteivorsitz. Im Falle seiner Wahl wolle Gauland mit dem bisherigen AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen eine Doppelspitze bilden, berichtete die "Bild"-Zeitung.

Die Entscheidung soll dem Bericht zufolge nach einem "Geheimtreffen wichtiger Vertreter des Rechtsaußen-Flügels" der Partei gefallen sein. Bei dem Treffen sei erörtert worden, wie der vom rechten AfD-Flügel als zu liberal abgelehnte Kandidat Pazderski gestoppt werden könne, berichtete die Zeitung weiter. Den Ausschlag soll das Argument gegeben haben, dass es nur der AfD-intern hoch angesehene Gauland vermöge, Pazderski zu schlagen.

Auch Gegenanträge

Pazderski hatte Anfang der Woche angekündigt, auf dem Parteitag am Wochenende in Hannover für den AfD-Vorsitz zu kandidieren. Wieder kandidieren will auch Parteichef Jörg Meuthen, der seit dem Rückzug der damaligen Ko-Vorsitzenden Frauke Petry die AfD alleine führt. Eigentlich ist eine Doppelspitze vorgesehen. Erwartet wird, dass sich der Parteitag für das Beibehalten der Doppelspitze entscheidet. Es gibt allerdings auch Gegenanträge.

Fraktionsvize Leif-Erik Holm und Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann als mögliche weitere Kandidaten für eine AfD-Doppelspitze hatten zuvor eine Kandidatur gegen Pazderski ausgeschlagen.

Unkonkrete Antworten

Gauland selbst antwortete auf Anfrage der "Bild"-Zeitung, ob er beim Parteitag entgegen seiner früheren Aussagen als Vorsitzender antreten will: "Um es mit Franz Beckenbauer zu sagen: Schaun wir mal, dann sehn wir schon." Der 76-Jährige fügte hinzu: "Wir werden sehen, wie die Partei tickt."

In der Debatte um die Ausrichtung der Partei forderte der Thüringer Partei- und Fraktionschef Björn Höcke einen harten Oppositionskurs der AfD. "Wir wollen nicht aus Machtverliebtheit mitspielen. Wir wollen die Politik bestimmen", sagte der den rechten AfD-Flügel vertretende Höcke der Zeitung "Welt" vom Donnerstag. Er stellte sich damit gegen Überlegungen Pazderskis, der der AfD Regierungsoptionen mit Union und FDP eröffnen will. (APA, 30.11.2017)

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