Israel stellt wegen Begriffs "Westjerusalem" Giro-Finanzierung infrage

30. November 2017, 13:14
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Der Giro 2018 soll in der Jerusalemer Altstadt starten. Nun herrscht ein politischer Streit um den Namen der Stadt, deren Ostteil mehrheitlich von Palästinensern bewohnt wird

Wegen eines vermuteten politischen Affronts droht Israel mit der Streichung der Finanzierung der drei ersten Etappen des Giro d'Italia 2018. Sportministerin Miri Regev und Tourismusminister Yariv Levin drohen in einer Mitteilung mit der Rücknahme der Gelder, sollten die Organisatoren den Begriff "Westjerusalem" nicht als Startort der Auftaktetappe am 4. Mai aus dem Programm streichen.

"Jerusalem ist Israels Hauptstadt: Es gibt keinen Westen und Osten", hieß es laut italienischen Medien in der Mitteilung. Die Minister sehen darin einen Bruch des Abkommens. "Sollte die Bezeichnung nicht korrigiert werden, wird die israelische Regierung das Event nicht unterstützen", hieß es im Schreiben.

Einzelzeitfahren in Jerusalemer Altstadt geplant

Der Westteil Jerusalems gehört seit 1948 zu Israel und wird hauptsächlich von Juden bewohnt. Der hauptsächlich von Christen und Muslimen bevölkerte Ostteil steht ebenfalls unter der Kontrolle Israels, allerdings beanspruchen die Palästinenser diesen Teil als Hauptstadt eines zukünftigen eigenen Staates.

Der Auftakt des zweitwichtigsten Radrennens nach der Tour de France wäre das größte Sportereignis in der Geschichte Israels. Geplant sind ein 9,7 Kilometer langes Einzelzeitfahren in der Jerusalemer Altstadt und zwei Etappen von Haifa nach Tel Aviv (167 Kilometer) und von Be'er Sheva nach Eilat (229 Kilometer). Der Giro endet am 27. Mai in Rom. (sid, 30.11.2017)

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