Medwedew: Beziehungen zu USA auf Tiefpunkt, Trump aber freundlich

    30. November 2017, 13:08
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    Russlands Premier: US-Präsident sehr daran interessiert, mit Russland "positive Arbeitskontakte" zu schaffen

    Moskau – Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew sieht das Verhältnis zu den USA auf einem Tiefpunkt und hat sich zugleich positiv über Präsident Donald Trump geäußert. Er könne sich nicht erinnern, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen je so schlecht gewesen seien, sagte Medwedew in einem am Donnerstag gesendeten Fernsehinterview. Sie könnten aber verbessert werden. Trump habe er als freundlichen Menschen empfunden. Der US-Präsident sei sehr daran interessiert, mit Russland "positive Arbeitskontakte" zu schaffen. Medwedew warf US-Politikern vor, die "Russland-Karte" zu spielen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen und die Einstellung Trumps zu beeinflussen.

    Zu den umfassenden Korruptionsvorwürfe gegen Medwedew, die der oppositionelle Blogger Alexej Nawalny im Frühjahr in einem Video erhoben hatte, wollte er nicht Stellung beziehen. Er wolle seine Kritiker nicht weiter ermutigen. Medwedew soll Nawalnys Recherchen zufolge mit Hilfe von Strohmännern unter anderem Luxusvillen erworben haben.

    Lawrow kritisiert Washington

    Unzufrieden mit der amerikanischen Politik äußerte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow. "Leider handelt das Team von Donald Trump in vielen Punkten träge, und faktisch weicht es kaum vom Kurs von (Trumps Vorgänger) Barack Obama ab", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur RIA aus einem Interview, das Lawrow der italienischen Zeitung "Libero" gab.

    Russland und die USA sind wegen zahlreicher Streitpunkte aneinandergeraten. So unterstützen sie unterschiedliche Konfliktparteien im Syrien-Konflikt und in der Ukraine. US-Geheimdienste werfen der russischen Regierung zudem vor, sich in die amerikanische Präsidentenwahl im vergangenen Jahr zugunsten Trumps eingemischt zu haben. Im Raum steht deshalb die Frage, ob Trump beeinflussbar ist. Die Regierung in Moskau hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Trump hat erklärt, es habe keine Absprachen mit der russischen Seite gegeben. (Reuters, APA, 30.11.2017)

    • Er könne sich nicht erinnern, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen je so schlecht gewesen seien, sagte Russlands Premier Dmitri Medwedew in einem am Donnerstag gesendeten Fernsehinterview.
      foto: apa/afp/sputnik/alexander astafy

      Er könne sich nicht erinnern, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen je so schlecht gewesen seien, sagte Russlands Premier Dmitri Medwedew in einem am Donnerstag gesendeten Fernsehinterview.

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