Neun Rapidler geben gegen Altach alles aus der Hand

29. November 2017, 22:26
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Rapid dominiert lange, geht aber nach zwei roten Karten und zwei Elfern als Verlierer vom Platz

Wien – Altach hat am Mittwochabend zum Abschluss der 17. Bundesliga-Runde einen 2:1-(0:0)-Sieg beim Tabellendritten Rapid gefeiert. Matchwinner war der in der 62. Minute eingewechselte Hannes Aigner, der zwei Elfmeter (77., 91.) verwandelte. Für die Gastgeber, die das Match nach zwei Ausschlüssen nur zu neunt beendeten, hatte Louis Schaub zum 1:0 getroffen (72.).

Während die siebentplatzierten Vorarlberger punktemäßig zur Wiener Austria (beide 22) aufschlossen, fehlen dem Tabellendritten Rapid (29) bereits elf Punkte auf Spitzenreiter Salzburg, der zwei Stunden zuvor einen 2:0-Heimsieg über den Vorletzten Mattersburg gefeiert hatte. Sturm Graz liegt nach dem 6:1-Heimtriumph am Dienstagabend gegen die Admira neun Zähler vor dem Rekordmeister, der drei Tage nach dem 2:3 im Schlager gegen Salzburg die nächste Heimniederlage kassierte und sowohl Thanos Petsos (76.) als auch Boli Bolingoli (90.) durch Ausschlüsse wegen Torraubs verlor.

Dominant

Rapid musste Philipp Schobesberger (Leistenbeschwerden), Dejan Ljubicic (Gehirnerschütterung) und Veton Berisha (Hüftprobleme) vorgeben, dominierte aber trotzdem die Partie zunächst klar. Doch wieder einmal ließ das Team von Goran Djuricin in der ersten Hälfte gleich mehrere Topmöglichkeiten aus. Vor allem Giorgi Kvilitaia erwies sich einmal mehr als Chancentod.

Der georgische Teamstürmer vergab zuerst nach einem tollen Antritt von Louis Schaub (14./daneben), scheiterte an Tormann Martin Kobras (32.) und per Kopf an Emanuel Schreiner (41.). Aber auch Joelinton brachte das Kunststück zuwege, aus sieben Metern nicht ins Tor zu treffen (22./leicht abgefälscht ins Torout).

Schon unmittelbar nach der Pause hätte Louis Ngwat-Mahop den Spielverlauf auf den Kopf stellen können, traf aber nach einem Eckball im Fünfer den Ball nicht richtig, wodurch Tormann Richard Strebinger Sieger in diesem Duell blieb. Wenig später hatte der Rapid-Schlussmann Glück, als er sich bei einer Flanke von Andreas Lienhart komplett verschätzte und der Ball an die Stange klatschte (50.).

Drama, Drama, Drama

Auf der Gegenseite köpfelte Stefan Schwab nach einem Freistoß von Thomas Murg ans Lattenkreuz (54.), ein Fernschuss des Rapid-Kapitäns zischte dann knapp auf der anderen Seite des Tors vorbei (62.). Die Führung resultierte schließlich aus einem Konter, den Schaub nach Pass von Schwab perfekt abschloss. Die Freude über die Führung währte jedoch nur kurz, denn als Aigner im Strafraum den zurückeilenden Petsos im Achselbereich traf, entschied Schiedsrichter Manuel Schüttengruber auf Ausschluss und Strafstoß.

Es sollte allerdings noch schlimmer für die Rapidler kommen. Nach einem leichten Kontakt von Bolingoli, der den durchbrechenden Christian Gebauer von hinten zu Fall brachte, gab es erneut Elfer und Rot. Aigner schoss diesmal schlecht, bezwang Strebinger aber trotzdem. Nach dem Schlusspfiff kam es noch zu einer Rudelbildung, wobei vor allem Rapid-Kapitän Schwab von seinen Mitspielern kaum zu bändigen war. (APA, 29.11.2017)

Bundesliga, 17. Runde, Mittwoch

SK Rapid Wien – SCR Altach 1:2 (0:0)
Allianz-Stadion, 13.400 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
1:0 (72.) Schaub
1:1 (77.) Aigner (Elfmeter)
1:2 (91.) Aigner (Elfmeter)

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, Galvao, Bolingoli – Petsos, Schwab – Schaub, Joelinton, Murg (90. Szanto) – Kvilitaia (84. S. Hofmann)

Altach: Kobras – Lienhart, Zech, Netzer, Schreiner – Gebauer, Ngwat-Mahop, Zwischenbrugger (80. Piesinger), Salomon, Honsak (67. Müller) – Tekpetey (62. Aigner)

Rote Karten: Petsos (76,/Handspiel, Torraub), Bolingoli (90./Torraub)

Gelbe Karten: Kvilitaia bzw. Salomon, Netzer

Stimmen:

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Aigner schießt Petsos in die Achsel und genau dahinter ist Strebinger. Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter ein kleines Blackout gehabt. Ich weiß nicht, warum die Schiris so wenig Gefühl zeigen, da haben wir Pech gehabt. Es war vom Gegner ein bisschen Unfußball. Es war irrsinnig schwer, gegen zwei Autobusse zu spielen, die so tief stehen. Aber wir sind selber schuld, hatten vier, fünf hundertprozentige Chancen. Die zweite Rote für Bolingoli kann man geben."

Louis Schaub (Rapid-Torschütze): "Wir haben über 20 Torchancen gehabt, hätten vielleicht die eine oder andere mehr nützen müssen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das so schnell wie möglich aus den Köpfen bringen. Es wäre einmal wichtig, dass die Schiedsrichter die Regeln können. Wir haben jedes Jahr Regelkunde, die Schiedsrichter offenbar nicht. Bei Petsos muss man nicht Rot geben."

Thanos Petsos (Rapid-Spieler/wegen Torraubs ausgeschlossen): "Ich habe nicht probiert, den Ball mit der Hand zu spielen. Ich weiß nicht, wo ich meine Arme hingeben soll."

Klaus Schmidt (Altach-Trainer): "Wir waren bis zur Pause nicht wirklich im Spiel, da hat uns das Glück drübergeholfen. In der zweiten Hälfte haben wir die eine oder andere Geschichte umgestellt, dann sind wir besser ins Spiel gekommen, aber wir haben Rapid durch einen Eigenfehler in Führung gebracht. Wir sind aber wieder ins Spiel zurückgekommen, und deshalb bin ich stolz auf meine Mannschaft. Wir wissen, dass Aigner für solche Spiele der geeignete Mann ist."

Hannes Aigner (zweifacher Altach-Torschütze): "Es war sehr verrückt. Wir haben ansehnlich gespielt, vielleicht in der einen oder anderen Situation Glück gehabt, aber das nehmen wir gerne mit. Die zwei verwandelten Elfmeter haben auch mit Routine zu tun."

  • Es war viel los in Hütteldorf.
    foto: apa/herbert neubauer

    Es war viel los in Hütteldorf.

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