Der LASK ringt den WAC nieder

29. November 2017, 20:26
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Die Oberösterreicher feiern einen 2:0-Sieg über die Gäste aus Kärnten

Pasching – Der LASK hat am Mittwochabend erstmals seit 9. September wieder ein Heimspiel gewonnen. Die Oberösterreicher feierten dank eines verwandelten Foulelfmeters von Maximilian Ullmann (70.) und eines Kontertors von Joker Joao Victor, der nach seiner Dopingsperre sein Debüt für den Aufsteiger gab, unmittelbar vor dem Schlusspfiff (93.) einen 2:0-(0:0)-Sieg über den WAC.

Damit schob sich der LASK einen Punkt vor die Wiener Austria, die beim Schlusslicht St. Pölten 0:1 verlor, auf Platz fünf, der eventuell für einen Europacup-Start reichen könnte. Die nun schon seit einem Jahr in Auswärtsspielen sieglosen Wolfsberger blieben Tabellenachter, da auch die punktegleichen Mattersburger ebenfalls 0:2 (0:0) beim Tabellenführer und Titelverteidiger Salzburg verloren.

Auswärts zahm

Der Vorsprung auf den Tabellenletzten schrumpfte allerdings von zehn auf sieben Zähler. Der WAC ist seit dem 4:0-Erfolg am 30. November des Vorjahres in St. Pölten ohne Auswärtssieg, hat seither in 18 Spielen in der Fremde lediglich fünf Remis erreicht.

Der LASK hätte nach einem Strafraumfoul von Michael Sollbauer an Mergim Berisha durch Peter Michorl bereits in der 18. Minute in Führung gehen können, aber der beste Torschütze der Gastgeber scheiterte wie schon zuletzt am Samstag in Graz gegen Sturm vom Elferpunkt. WAC-Schlussmann Alexander Kofler hatte erst vor elf Tagen beim 0:0 in St. Pölten einen Strafstoß gehalten. Auch Berisha fand bei einer Großchance wenig später seinen Meister in Kofler, den Nachschuss von Bruno klärte Daniel Drescher vor der Linie (21.).

Die einzige nennenswerte Chance der Wolfsberger vor Pause hatte Mihret Topcagic nach Pass von Florian Flecker, doch seinen Schuss aus spitzem Winkel wehrte LASK-Tormann Pavao Pervan in den Corner ab (39.). Nach dem Wechsel sorgte Topcagic neuerlich für Gefahr, aber Gernot Trauner entschärfte die Situation noch rechtzeitig (48.). Und Bernd Gschweidl prüfte Pervan aus spitzem Winkel (59.).

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Die 69. Minute brachte dann die vorentscheidende und auch umstrittene Szene, als Reinhold Ranftl bei einem Tackling von Boris Hüttenbrenner spektakulär im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Julian Weinberger entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Elfmeter, den Ullmann mit einem präzisen und harten Schuss ins Eck verwandelte.

Das 2:0 hatte bereis zwei Minuten später Ranftl auf dem Fuß, dessen Schuss Drescher vor der Linie klärte (72.). Im Finish warf der WAC alles nach vorne, wodurch sich für den LASK Konterchancen ergaben. Zunächst scheiterte Berisha an Kofler (91.), der dann wenig später mit nach vorne kam. Deshalb hatte der in der 63. Minute eingewechselte Joao Victor nach Pass von Rajko Rep leichtes Spiel. Der Brasilianer schob den Ball souverän ins verwaiste Gehäuse. (APA, 29.11.2017)

Bundesliga, 17. Runde, Mittwoch

LASK – Wolfsberger AC 2:0 (0:0)
Pasching, TGW-Arena, 4.450 Zuschauer, SR Weinberger

Torfolge:
1:0 (70.) Ullmann (Foulelfmeter)
2:0 (93.) Joao Victor

LASK: Pervan – Ramsebner, Trauner, Pogatetz (86. Luckeneder) – Ranftl, Wiesinger, Michorl, Ullmann – Goiginger (84. Rep), M. Berisha, Bruno (63. Joao Victor)

WAC: Kofler – Sollbauer (46. Hüttenbrenner), Rnic, Drescher – Zündel, Rabitsch (84. M. Leitgeb), Offenbacher, Wernitznig – Gschweidl, Topcagic (77. Ouedraogo), Flecker

Michorl scheiterte mit einem Foulelfmeter an Kofler (18.).

Gelbe Karten: Ranftl, Joao Victor bzw. Topcagic, Flecker

Stimmen:

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Es war ein extrem zweikampfintensives Spiel, in dem wir die leicht bessere Mannschaft waren. Nach der ersten Hälfte dachte ich schon, es gibt ein Deja-vu von Graz und dass der gegnerische Tormann wieder der Man of the Match wird. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir wieder Chancen bekommen werden. Aufgrund dessen, dass wir die gefährlichere Mannschaft waren, ist der Sieg verdient. Besonders freut mich unsere sehr gute Zweikampfquote. Und wir freuen uns alle darüber, dass Joao Victor getroffen hat."

Heimo Pfeifenberger (WAC-Trainer): "Wenn man zwei Elfer bekommt, ist es irgendwann einmal zu viel, zumal der zweite Elfer keiner war. Das war ungerecht. Der Schiedsrichter sagte, er hätte ihn nicht gegeben, doch der Linienrichter hatte es so gesehen. Letztendlich war es eine verdiente Niederlage, der LASK war bissig und ist hinten gut gestanden. Momentan fehlt uns einfach noch was. Das gilt es zu erkennen, damit wir wieder zu unserer Stärke finden."

Maximilian Ullmann (LASK-Torschütze zum 1:0): "Beim ersten Elfmeter wollte ich auch schon hingehen. Doch es spricht für Michorl, dass er es noch einmal probiert hat. Es gab keine Order, wer schießt – es sollte der sein, der sich am besten fühlt. Beim zweiten Elfmeter habe ich mir den Ball genommen. Ich bin überglücklich, dass er drin war. Die ganze Mannschaft freut sich besonders für Victor, der doch einen langen Leidensweg hinter sich hat."

Alexander Kofler (WAC-Tormann): "Der erste war ein klarer Elfmeter, beim zweiten war ein Kontakt da. Die Spieler legen es natürlich dann schnell drauf an, zu fallen. Wir wussten, dass es eine schwierige Saison wird, faktisch ein Übergangsjahr. Wir müssen jetzt schauen, dass wir schnell den Anschluss wieder finden."

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