Niki-Übernahme: Eine Frage der Alternativen

Kommentar29. November 2017, 16:57
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Die Bundeswettbewerbsbehörde steht dem gesamten Lufthansa-Deal skeptisch gegenüber

Ob die EU-Kommission die Übernahme des österreichischen Ferienfliegers Niki durch die Lufthansa tatsächlich untersagt, ist derzeit noch offen. Wie so oft ist es auch in diesem Fall eine Frage der Alternative: Wem ist gedient, wenn Brüssel den Deal platzen ließe? Niki, die von der Lufthansa in den vergangenen Monaten bereits finanziell am Leben erhalten wurde, ginge in Konkurs. Und mehrere Hundert Mitarbeiter verlören ihren Job.

Jetzt kann man einwenden, Easyjet könnte ja einspringen. Und Niki Lauda, der ursprünglich gemeinsam mit Thomas Cook / Condor für Niki geboten hatte – und nicht zum Zug kam -, signalisierte jetzt ebenfalls Interesse. Die Frage ist nur: Würden die Genannten tatsächlich sofort das notwendige Geld in Niki einschießen, damit die Flieger in der Luft bleiben? Lauda selbst wird sicher keine Millionen dafür lockermachen. Und die Entscheidungen in Konzernen brauchen ihre Zeit – Zeit, die Niki nicht hat. Auch kurze Verzögerungen können eine Fluglinie ruinieren.

Die Bedenken der EU dürften unter anderem auch von der heimischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) genährt worden sein, die dem gesamten Lufthansa-Deal skeptisch gegenübersteht. Sie fürchtet steigende Ticketpreise für die Fluggäste. Das Verhältnis zwischen BWB und der Lufthansa-Tochter AUA soll in dieser Causa nicht das beste sein, heißt es. Und offenbar war aber auch innerhalb der Lufthansa das Problembewusstsein nicht groß genug. (Claudia Ruff, 29.11.2017)

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