Drozda will "Mappe offener Projekte" hinterlassen

    29. November 2017, 15:52
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    Fotomuseum, Weißbuch und Film Preservation Center

    Wien – Wie vor der Nationalratswahl im Gespräch mit dem STANDARD angekündigt, wird sich der scheidende SPÖ-Kulturminister Thomas Drozda als künftiger Kultur- und Mediensprecher seiner Partei zur Wahl stellen. Das bestätigte er nun der APA. Opposition sei "nichts Ehrenrühriges", so Drozda. Er wolle als Abgeordneter und stellvertretender Klubobmann nicht nur kontrollieren, sondern sich "auch mit Vorschlägen einbringen". Der kommenden türkis-blauen Regierung werde Drozda daher auch eine "Mappe mit offenen Projekten" hinterlassen, die weit gediehen seien.

    Das umfassendste ist wohl jenes Weißbuch, das der Minister hat ausarbeiten lassen, um die Bundesmuseen einer Reform zu unterziehen. Im Kern geht es darum, die Zusammenarbeit zwischen den Häusern zu verbessern, empfohlen werden aber auch große Strukturänderungen oder die Schaffung einer gemeinsamen Jahreskarte für alle Bundesmuseen.

    Zuletzt ließ Drozda mit seinem Wunsch nach einem eigenen Fotomuseum des Bundes aufhorchen. Nicht ganz zufällig brachte sich dabei auch der Gründer der strauchelnden Fotogalerie Westlicht, Peter Coeln, mit einer möglichen Schenkung seiner Sammlung ins Spiel. Ein "Grundlagenpapier" dazu sei bereits "in der Finalisierungsphase". Weit sei man auch beim geplanten Film Preservation Center, so Drozda zur APA. Man müsse nur noch entscheiden, "wo man das ansiedelt".

    Dass die neue Regierung die Kulturagenden möglicherweise an ein Staatssekretariat delegieren könnte, empfände Drozda als "Degradierung" und kulturpolitische "Selbstaufgabe". Er habe auch "nicht den Eindruck, dass Kunst und Kultur die Verhandler besonders interessieren" würden. (stew, 29.11.2017)

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