In Ländern mit niedrigem Einkommen ist jedes zehnte Medikament gefälscht

    29. November 2017, 12:26
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    Vor allem Antibiotika und Medikamente gegen Malaria, Krebs und Verhütungsmittel sind betroffen

    Jedes zehnte Medikament ist in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefälscht oder minderwertig. "Das ist nicht nur eine Geldverschwendung für Patienten und Gesundheitssysteme, solche Produkte können auch schwere Krankheiten oder sogar den Tod bedeuten", so die WHO.

    Betroffen waren vor allem Antibiotika und Medikamente gegen Malaria, aber auch gegen Krebs und Verhütungsmittel. Es handelte sich zum Teil um komplett gefälschte Medikamente, etwa Pulver und Tabletten mit bekannten Markennamen, die aber keinen Wirkstoff enthalten. Andere Medikamente sind nicht getestet oder fallen bei Tests durch, weil sie Qualitätsstandards nicht erfüllen oder nicht halten, was sie versprechen.

    Oft nicht erkannt

    Insgesamt dokumentiert die WHO 1.500 gemeldete Fälle in aller Welt. Fast die Hälfte der bemängelten Medikamente tauchten in Afrika südlich der Sahara auf (42 Prozent). 21 Prozent wurden aus Europa gemeldet. Die WHO geht davon aus, dass diese Meldungen das Problem nicht annähernd wirklichkeitsnah abbilden. In zahlreichen Fällen würden falsche oder unzureichende Medikamente nicht erkannt.

    Die WHO berichtet über eine Hochrechnung der Universität Edinburgh, wonach womöglich bis zu 169.000 Kinder im Jahr an Lungenentzündung sterben, weil sie nicht die richtigen Medikamente bekommen. (APA, 29.11.2017)

    • Gefälschte Medikamente sehen aus wie echte, ihnen fehlt jedoch der Wirkstoff.
      foto: apa/bmf

      Gefälschte Medikamente sehen aus wie echte, ihnen fehlt jedoch der Wirkstoff.

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