Eine Milliarde Dollar Kaution: Saudischer Prinz darf Haft verlassen

29. November 2017, 11:16
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Prinz Miteb bin Abdullah, einst Minister für die Nationalgarde, war bei Säuberungswelle festgenommen worden

Dubai – Der saudi-arabische Prinz Miteb bin Abdullah ist einem Beamten zufolge gegen die Zahlung einer hohen Summe freigelassen worden. Der Sohn des verstorbenen Königs Abdullah und frühere Kommandant der mächtigen Nationalgarde sei am Dienstag entlassen worden, nachdem zuvor eine "vertretbare Vergleichsvereinbarung" mit den Behörden getroffen worden sei, sagte ein Beamter am Mittwoch.

Die vereinbarte Summe wurde nicht offiziell mitgeteilt. Es sei aber davon auszugehen, dass die Zahlung bei umgerechnet mehr als einer Milliarde Dollar liege. Zudem schließe der Vergleich wohl das Einräumen von Korruptionsvorwürfen des einst selbst als Thronanwärter geltenden Prinzen ein.

Anti-Korruptionskampagne mit politischen Zielen

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hat seine Macht deutlich ausgebaut und Anfang des Monats im Rahmen von Anti-Korruptionsermittlungen Dutzende Mitglieder der königlichen Familie, Minister und Beamte festnehmen lassen. Zuvor hatte König Salman dem Kronprinzen die Leitung der neu geschaffenen Anti-Korruptionsbehörde übertragen und damit dessen Kontrolle über den Sicherheitsapparat des Landes gefestigt.

Dem Beamten zufolge wurde mit drei weiteren wegen Korruptionsverdacht Festgenommenen ein Vergleich geschlossen. Mit mehreren Beschuldigten werde noch verhandelt, sie gegen Geldbeträge wieder freizulassen. Prinz Miteb war unter anderem Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen worden. Anderen Beteiligten wird Bestechung und Erpressung zur Last gelegt. Nach Einschätzung von Beobachtern zielen die Maßnahmen auch darauf ab, Opposition gegen Kronprinz Mohammed zu beseitigen. US-Präsident Donald Trump hatte Saudi-Arabiens Vorgehen gegen zahlreiche Mitglieder der Königsfamilie und Investoren wegen angeblicher Korruption gelobt. (APA, 29.11.2017)

  • Der saudi-arabische Prinz Miteb bin Abdullah (Archivbild) hat seine vorläufige Freiheit teuer bezahlt.
    foto: reuters / philippe wojazer

    Der saudi-arabische Prinz Miteb bin Abdullah (Archivbild) hat seine vorläufige Freiheit teuer bezahlt.

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