Fünf Dinge, die selbst Thailand-Auskenner überraschen

Ansichtssache4. Dezember 2017, 06:00
40 Postings

Reisebuchautor Jochen Müssig zieht es immer wieder nach Thailand. Und doch entdeckt er auch nach Jahren ständig Neues an dem beliebten Fernreiseziel

Reisebuchautor Jochen Müssig zieht es immer wieder nach Thailand. Und doch entdeckt er auch nach Jahren ständig Neues an dem beliebten Fernreiseziel. Hier erzählt er vom Fußballmönch aus Bangkok, von Grenzerfahrungen in allen Landesteilen und einem architektonischen Glanzstück der Khmer.

Bild 1 von 5
foto: gettyimages/istockphoto/telnyawka

Der Buddha als Fußballgott

Was haben Leicester City, der Fußballverein aus der englischen Provinz, und der Buddha von Wat Traimit in Bangkoks Chinatown miteinander zu tun? Je nach Sichtweise: nichts oder eine ganze Menge. Der Zufall will es – ein Buddhist würde natürlich behaupten: das Karma sieht vor -, dass ein Mönch namens Chao Khun Thongchai aus dem Kloster von Wat Traimit den englischen Klub vergoldete.

Chao Khun hat den Provinzklub Leicester City in der Saison 2015/2016 zum ersten Mal zum englischen Fußballmeister gemacht – das glauben zumindest die Thais. Der Mönch segnete den Rasen des Stadions und die Spieler, stattete diese jeweils mit drei Glücksamuletten aus und meditierte bei jedem ihrer Spiele. "So sende ich den Spielern positive Energie", sagt der Mönch, der vom Fußball keine Ahnung hat, weder die Regeln kennt noch andere Mannschaften.

Blankes Gold

Der Tempel Wat Traimit wiederum beheimatet den wertvollsten Buddha Thailands, der eine höchst kuriose Geschichte hat: Die Figur stammt aus dem 14. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Burmesen zeitweise in Thailand einfielen und das Land plünderten. Deshalb wurde die Statue mit einer unscheinbaren Gipsschicht überzogen. Die Burmesen fielen auf den Trick herein und ließen die scheinbar wertlose Figur außer Acht. Der wahre Kern geriet im Laufe der Zeit aber auch bei den Thailändern in Vergessenheit.

Es dauerte schließlich bis ins 20. Jahrhundert und bedurfte eines großen Zufalls, damit der wahre Wert erkannt wurde. 1955, als der vermeintliche Gips-Buddha ins Wat Traimit umquartiert wurde, fiel er beim Transport versehentlich auf den Boden. Der Gipsmantel sprang, und zum Vorschein kam blankes Gold. Schnell entdeckte man, dass die Figur nicht nur vergoldet ist wie die meisten Buddhas im Land, sondern aus insgesamt sechs Tonnen 18-karätigem Gold besteht.

Info: Wat Traimit ist täglich geöffnet von 8 bis 17 Uhr, Eintritt: rund € 1. Nähe MRT Hauptbahnhof (Station Hua Lamphong).

weiter ›
Share if you care.