Warnung vor Mangel bei Pflegepersonal

    28. November 2017, 12:15
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    Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe schrieben ein Positionspapier an die künftige Regierung

    Wien – Das Thema Pflege wird bzw. sollte die künftige Regierung in hohem Maße beschäftigten, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt unaufhörlich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) (in der die großen Trägerorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe zusammengeschlossen sind) hat am Dienstag einen entsprechenden Forderungskatalog an die Politik gerichtet.

    In Zukunft wird es im Bereich Pflege in erster Linie mehr Geld, einheitliche Qualitätsstandards und mehr Personal brauchen, um das System erhalten zu können, sagen die Trägerorganisationen. Derzeit gibt der Staat netto 4,3 Milliarden Euro bzw. 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Pflege aus. Bis 2030 wird dieser Anteil auf rund zwei Prozent steigen müssen. Gleichzeitig braucht es immer mehr Personal. Es gebe jetzt schon auf allen Stufen einen "eklatanten Personalmangel", warnten die Vertreter der Trägerorganisationen bei einer Pressekonferenz. Wenn hier nicht sofort Maßnahmen gesetzt werden, könne der Pflegebedarf in fünf Jahren nicht mehr gedeckt werden.

    Vergleichbare Leistungen in allen Ländern

    Die BAG spricht sich dafür aus, den Pflegefonds in Zukunft stärker zu forcieren und weiterzuentwickeln. So solle er in Dauerrecht übernommen werden. In der Pflege müsste es "vergleichbare Leistungen in vergleichbarer Verfügbarkeit zu vergleichbaren Kosten in allen Bundesländern" gaben. Derzeit beziehen 454.000 Menschen Pflegegeld. 83 Prozent werden zuhause versorgt, 17 Prozent in Heimen. Insgesamt sind über eine Millionen Menschen (Pflegebedürftige und Pflegende eingerechnet) mit diesem Thema konfrontiert, sagte Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.

    Mehr Unterstützung für Angehörige

    Die meisten Menschen wollten nicht in Massenheimen untergebracht werden. Daher brauche es einerseits kleinräumige Wohnkonzepte bei der stationären Pflege und anderseits eine Stärkung der Betreuung zuhause. Die mobilen Diensten müssten verstärkt gefördert werden. Das würde den Wünschen der Betroffenen entsprechen und dem Staat Geld sparen, erklärte Monika Wild vom Roten Kreuz. Bei der mobilen Pflege bestehe Handlungsbedarf in der Qualitätssicherung, bei den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung. Pflegende Angehörige benötigen mehr Beratung und Unterstützung und weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

    Einmal mehr verlangten die Trägerorganisationen eine verlässliche Valorisierung des Pflegegeldes und einen Ausbau der stationären Angebote für Langzeitpflege sowie für Hospiz. (APA, 28.11.2017)

    • Die Zahl der pflegebedürftigen steigt.
      foto: standard/corn

      Die Zahl der pflegebedürftigen steigt.

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