Skipässe in Wintersportorten heuer zum Teil massiv teurer

    28. November 2017, 10:47
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    Seit 14 Jahren geht es preislich nur nach oben, zeigt ein VKI-Test. Die Preise steigen schneller als die Inflation, Kitzbühel ist bei Tageskarten der Spitzenreiter

    Wien – Skifahren ist in Österreich in vielen Regionen schon lang ein teurer Spaß. Für Liftkarten muss jedes Jahr mehr Geld ausgegeben werden. Auch heuer sind die Skipässe wieder teurer geworden – kräftig vor allem in Skitourismushochburgen im Westen.

    In den 14 Jahren, in denen der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die Preise in den Skigebieten vergleicht, geht es nur in eine Richtung: nach oben. In der Saison 2017/18 wurde eine Erwachsenen-Tageskarte im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent teurer.

    Noch deutlicher fallen die Preiserhöhungen bei Sechstagetickets aus, meldete der VKI am Dienstag: Diese Mehrtagespässe für Erwachsene legten gegenüber der Vorsaison um durchschnittlich 3,3 Prozent zu.

    Billige Tagestickets sind selten

    Damit gehen die Kartenpreise schneller nach oben als die Inflation, die über die letzten Monate etwa zwei Prozent betrug. "Den höchsten Preisgipfel müssen die Wintersportler in Kitzbühel bezwingen", schrieben die VKI-Experten. Am billigsten sind die Tagestickets in Wenigzell und in Raggal.

    Gängig seien jährliche Verteuerungen für Erwachsenen-Tageskarten um 50 Cent oder einen Euro, so der VKI, der seine neue Erhebung am Dienstag online gestellt hat. Kitzbühel indes erhöhte gleich um zwei Euro, somit kostet das Tagesticket dort 55 Euro. Der Tiroler Nobelskiort ist damit Spitzenreiter. Auch Obergurgl/Hochgurgl hat die Preise um zwei Euro angehoben, auf jetzt 52 Euro pro Tag.

    Die teuersten 13 Skiorte des Vorjahrs wurden heuer zu den teuersten 14: Denn auch in Serfaus-Fiss-Ladis verlangt man jetzt für die Tageskarte für Erwachsene nicht mehr 49 Euro, sondern 51 Euro.

    Mehr Pistenkilometer

    Weniger als die Hälfte kosten die Skipässe etwa in einigen steirischen und Vorarlberger Gebieten: Kaufen sich Erwachsene in den günstigsten Gebieten wie Wenigzell (Steiermark) oder Raggal (Großes Walsertal) für einen Tag eine Liftkarte, kostet das 22 Euro. Allerdings kostet in Raggal die Wochenkarte wieder recht viel.

    Wem weniger Angebot reicht, der kann in einem kleinen Skigebiet sechs Tage die Lifte benützen und zahlt dafür gleich viel wie jemand für zwei Tageskarten in einer riesigen Skischaukel. "Natürlich haben die großen und teuren Skiregionen viel mehr Pistenkilometer zur Verfügung als die kleinen. Allerdings stellt sich die Frage, ob dieses große Angebot an Pisten überhaupt ausgenutzt werden kann, vor allem an einem Tag", sagt VKI-Projektleiter Markus Stingl.

    300-Euro-Grenze

    Wer länger an einem Ort bleiben will, für den sind nach Meinung der Konsumentenschützer Mehrtagespässe eine Überlegung wert. Der VKI hat sich deshalb auch die Preise der Sechstagestickets angesehen. Dabei werden die aktuell erhobenen 266 (Vorjahr: 256) Euro in Kitzbühel von einigen Skischaukeln überboten: Angeführt von Ischgl/Samnaun mit 290 Euro. "Immerhin, die 300-Euro-Grenze wird diese Saison also noch nicht durchbrochen", konstatierte Stingl in einer Aussendung.

    Am unteren Ende der Preisskala befindet sich Königsberg-Hollenstein (Niederösterreich) mit 110 Euro für den Sechstagespass für Erwachsene.

    Kleine kämpfen ums Überleben

    In kleineren Skigebieten kämpfen Betreiber gerade ums Überleben: Heuer wurden auf der Frauenalpe bei Murau in der Steiermark die letzten Liftanlagen abgebaut. "Während die großen Skigebiete mit riesigen Investitionssummen klotzen, kommen die kleinen im Verdrängungswettbewerb unter die Räder", stellte Stingl fest. Ein Beispiel: Am Fuß des Hauser Kaibling wurden allein 5,5 Millionen Euro in eine neue Après-Ski-Hütte investiert. "Mit dieser Summe wäre der Betrieb von so manchem kleinen Skigebiet für zehn Jahre gesichert."

    Vor dem Zusperren gerettet wurde indes die Postalm in Salzburg, wo die Gläubiger der insolventen Liftgesellschaft der Entschuldung zustimmten und zu Weihnachten der Betrieb wieder offen sein soll. Ungewiss ist hingegen die Zukunft auf der Flattnitz. Mittels Crowdfunding wird gerade auf der Forsteralm im Grenzgebiet zwischen Ober- und Niederösterreich Geld eingesammelt, das für den Fortbestand des kleinen Skigebiets nötig ist.

    Für seine diesjährige Analyse hat der VKI Tages- und Sechstageskarten in den Kategorien Kind, Jugendliche, Erwachsene und Senioren in 102 österreichischen Skigebieten unter die Lupe genommen. (APA, 28.11.2017)

    • Lang, lang ist's her, dass die Skipässe günstig waren ...
      foto: apa/dpa/david ebener

      Lang, lang ist's her, dass die Skipässe günstig waren ...

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