Heller "bringt den Frieden" in die Swarovski-Wunderkammern

27. November 2017, 14:25
6 Postings

Vier neu gestaltete Wunderkammern präsentiert, der Weltfrieden war laut Heller nie zuvor so gefährdet wie heute, 700.000 Besucher kommen jährlich nach Wattens

Wattens – Die Swarovski Kristallwelten in Wattens warten mit einer Neugestaltung von vier Wunderkammern auf. Und diese brachten auch den Schöpfer des Tiroler Tourismusmagneten zurück ins Swarovski-Reich: André Heller. Der Universalkünstler stellte "seine Kammer" unter das Thema "Frieden" und setzte dabei auf lebensgroße Hologramme von "Heroes of Peace" wie Nelson Mandela oder Martin Luther King.

Von Mahatma Gandhi bis Yoko Ono

Auch Mahatma Gandhi, Albert Einstein, John Lennon und Yoko Ono befinden sich unter den Dargebotenen. Neben Heller setzten auch der indische Designer Manish Arora, der israelische Künstler Arik Levy und der mexikanische Stararchitekt Fernando Romero je eine der insgesamt 16 Wunderkammern im Kopf des "Riesen" neu in Szene. Mit Titeln wie "Ready to Love", "EmotionalFormation" und "El Sol" sollen die Augen der Besucher Swarovski-gemäß zum Funkeln gebracht werden. Jeder Künstler habe Kristall auf seine ganz eigene Art und Weise interpretiert.

swarovski kristallwelten
Der PR-Film zu den neuen Wunderkammern.

"Der Weltfrieden ist heute so gefährdet wie noch nie seit 1945", zeichnete Heller bei einer Pressekonferenz in den Kristallwelten ein düsteres Bild. Es sei "verrückt wo überall Krieg herrscht, hunderte Kleinkriege", so der Wiener. Auf die Frage, wer denn die Friedenshelden von heute seien, meinte Heller: "Die Friedenshelden von heute sind Leute, die Flüchtlingen helfen, nicht am Strand zu krepieren. Es sind nicht mehr die Politiker, sondern wenn Sie wollen die griechischen Bauern oder die italienischen Fischer". Auch Papst Franziskus, den er im Vatikan besuchte, sei ein Friedensheld. Insgesamt gebe es heutzutage "mehr engagierte Bürger als früher", sagte der 70-Jährige.

Keine Entfremdung

Heller stellte übrigens vehement in Abrede, dass es jemals eine "Entfremdung" von Swarovski gegeben habe. "Die Leute können sich nie vorstellen, dass man friedlich aus etwas herausgeht.

foto: swarovski kristallwelten
Stefan Isser, Markus Langes-Swarovski, Carla Rumler mit den Künstlern Manish Arora und André Heller vor dem Riesen.

Ich bin jemand, der sich immer wieder auf neue Expeditionen macht", meinte er. Er habe sich nicht aus einer "Angerührtheit" herausgehalten und sei immer mit der "Grundsatzhaltung" der Kristallwelten einverstanden gewesen. Und er zeigte sich stolz ob des andauernden Erfolges: "Das wirkliche Wunder ist, dass das so viele Leute annehmen". Zu Beginn hätte man sich schon gefreut, wenn 300.000 Besucher pro Jahr gekommen wären.

Frieden als zentrales Thema

Der Frieden sei "das zentrale Thema" des Planeten, begründete Heller seine Intention für die Gestaltung seiner Wunderkammer. "Es ist sozusagen 'kristallklar', dass alles damit zu tun hat", erklärte der Künstler.

"Es ist kein klassisches Kunstmuseum, sondern ein eigenständiger, eigenwilliger Ort", beschrieb Markus Langes-Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board, "seine" Attraktion. Es handle sich um ein "Projekt, das "nie fertig" werde.

foto: swarovski kristallwelten
Stufen zum Frieden in den Kristallwelten.

Die Kristallwelten waren im Frühjahr 2015 nach einer Erweiterung wiedereröffnet worden. Rund um die "Ikone des Riesen" hatten Architekten unter anderem eine Parklandschaft mit Kunstinstallationen und neuen Attraktionen geschaffen. Die von Andre Heller konzipierten, den historischen Kunst- und Wunderkammern nachempfundenen Kristallwelten hatten erstmals 1995 ihre Pforten geöffnet. Sie gelten als einer der größten Publikumsmagneten in Österreich. 600.000 bis 700.000 Besucher pilgern jährlich nach Wattens. Allein heuer habe man "über 90.000 Gäste aus Indien" verzeichnet, berichtete Geschäftsführer Stefan Isser. (APA, 27.11.2017)

  • Bilder von Friedenshelden in den neuen Wunderkammern.
    foto: swarovski kristallwelten

    Bilder von Friedenshelden in den neuen Wunderkammern.

Share if you care.