Bitcoin: Die Währung aus dem Internet

    27. November 2017, 14:09
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    Alles, was man über Bitcoins wissen muss

    Die Kryptowährung Bitcoin ist in aller Munde. War sie lange nur eingefleischten Computerfreaks ein Begriff, rückt sie durch ihren schwindelerregenden Kursanstieg und ihre extremen Preisschwankungen immer öfter ins Rampenlicht. Anleger mussten Ende November fast 10.000 Dollar auf den Tisch legen, um einen Bitcoin zu kaufen. Was steckt hinter dem virtuellen Geld, das oft mit Betrug und anderen kriminellen Machenschaften in Verbindung gebracht wird?

    Wer hat es erfunden?

    Bitcoin wurde 2008 von einer Person oder Personengruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt und Anfang 2009 erstmals öffentlich in einem akademischen Aufsatz erwähnt. Der Australier Craig Wright gab sich 2016 als der Erfinder aus, allerdings wurde dies bislang nie zweifelsfrei bestätigt.

    Wie entstehen Bitcoins?

    Neue Bitcoin werden durch sogenanntes "Mining" erzeugt. Dabei berechnen Computer hochkomplexe mathematische Algorithmen und verdienen dadurch Bitcoin. Ungefähr alle zehn Minuten werden den Minern 12,5 Bitocin zugeteilt. Die zugeteilte Menge halbiert sich immer wieder alle vier Jahre, bis die maximale Menge von 21 Millionen Stück erreicht ist. 16,7 Millionen Bitcoins im Wert von derzeit rund 160 Milliarden Dollar sind bereits entstanden. Je mehr Bitcoins im Umlauf sind, desto aufwendiger wird der Prozess des Minings, das auf Deutsch "Schürfen" genannt wird.

    Anfangs reichte ein handelsüblicher PC aus, mittlerweile ist der Prozess so umfangreich, dass nur noch Hochleistungsrechner dazu in der Lage sind. Diese stehen meistens in Rechenzentren in Island, Norwegen oder China, weil das Berechnen viel Strom frisst und dieser dort vergleichweise günstig zu haben ist.

    Wer kontrolliert?

    Bitcoin werden von keiner übergeordneten Instanz wie Regierungen, Aufsichtsbehörden oder Zentralbanken reguliert. Sie werden von allen Nutzern kontrolliert und von ihnen geschaffen. Den Wechselkurs bestimmen allein Angebot und Nachfrage. Viele Zentralbanken arbeiten daran, eine passende Regulierung für Kryptowährungen zu finden, von denen jeden Tag neue entstehen.

    Für Schlagzeilen sorgte vor ein paar Jahren die japanische Bitcoin-Börse Mt.Gox. Weil ihr bei einem Hackerangriff Bitcoins im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar gestohlen wurden, schlitterte sie 2014 in die Pleite.

    Welche andere Währungen gibt es noch?

    Der Website Coinmarketcap.com zufolge gibt es inzwischen mehr als 1300 Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 303 Milliarden Dollar. Bitcoin ist mit Abstand die größte und bekannteste. Auf Platz zwei steht Ethereum mit einem Börsenwert von 46 Milliarden Dollar, danach folgt Bitcoin Cash mit knapp 30 Milliarden Dollar. Bitcoin wird oft auch als Einstieg in andere Cyberwährungen benutzt. Das bedeutet, wer etwa Ethereum oder Ripple kaufen will, muss zuerst Bitcoin erwerben und diese in die gewünschte Währung tauschen.

    Wie kann man Bitcoins erwerben?

    Bitcoin werden an speziellen Online-Börsen wie BitStamp, BitPoint oder ItBit gehandelt. Die Kurse auf den verschiedenen Handelsplattformen weichen teilweise stark voneinander ab. Investoren können über Smartphone-Apps ein Depot eröffnen, Bitcoin kaufen und damit im Internet bezahlen. Weltweit gibt es rund 1900 Geldautomaten, an denen Anleger ihre Bitcoins in bar "abheben" können. In Europa bieten das unter anderem Länder wie die Schweiz, Österreich, Niederlande, Spanien und Italien an. In Deutschland gibt es keinen Bitcoin-Geldautomaten.

    Wie hat sich der Kurs entwickelt?

    An der Börse BitStamp setzte der Bitcoin-Hype Anfang 2013 ein. Damals stieg der Kurs binnen zwölf Monaten von etwa 20 auf zeitweise mehr als 1200 Dollar. Bis Mitte 2015 ging er dann wieder auf etwa 200 Dollar zurück. Seither geht es fast ununterbrochen aufwärts. Zuletzt erklomm der Kurs bei Bitstamp ein Rekordhoch von 9720 Dollar. Analysten warnen vor den starken Schwankungen, ein Auf und Ab im zweistelligen Prozentbereich an nur einem Tag ist oft die Normalität.

    Ist Bitcoin legal?

    Ja. Jeder darf Bitcoin kaufen und damit bezahlen. Sie sind im größten Teil der Welt aber kein gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass es Firmen und Organisationen freigestellt ist, ob sie die Währung akzeptieren. Japan hat die Cyberwährung als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. (APA, 27.11.2017)

    • Was man über Bitcoin wissen muss
      foto: reuters/dado ruvic/illustration

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