Mordalarm in Wien: Tatverdächtiger mit vier Kindern auf der Flucht

    Video27. November 2017, 10:51
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    Ein psychisch kranker Mann soll seine Ehefrau erstochen haben. Das Jugendamt hatte die syrische Familie betreut

    Wien – Die Wiener Polizei fahndet nach einem 40-jährigen Mann, der im Verdacht steht, in Wien-Rudolfsheim seine Frau erstochen zu haben. Er soll mit vier Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren auf der Flucht sein. Nach Auskunft der Polizei handelt es sich um eine syrische Familie. Angehörige, die ebenfalls in Wien leben, hätten am Sonntag Alarm geschlagen, weil sie die 31-jährige Frau telefonisch nicht erreichen konnten.

    Polizei öffnete Wohnung in der Felberstraße

    Die Polizei öffnete die Tür der Wohnung in der Felberstraße und fand die Leiche der Frau. Ein Messer, höchstwahrscheinlich die Tatwaffe, lag daneben.

    Der mutmaßliche Täter sei in der Vergangenheit bereits mehrmals wegen Gewaltdelikten aufgefallen, hieß es bei der Polizei auf Anfrage des STANDARD. Zweimal sei gegen ihn ein Betretungsverbot verhängt worden, zuletzt vor ein paar Monaten. Nähere Informationen gab es aus kriminaltaktischen Gründen vorerst nicht.

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    Da Nachbarn den Verdächtigen noch am Sonntag mit einem Koffer gesehen haben wollen, ist nicht auszuschließen, dass er sich mit den vier Kindern – drei Mädchen und ein Bub – ins Ausland absetzten wollte. Die Flüchtlingsfamilie besitzt aber kein Auto. Der 40-Jährige wird jedenfalls per internationalem Haftbefehl gesucht.

    In psychiatrischer Behandlung

    Das Jugendamt war nach den Wegweisungen des Vaters mit der Familie und deren Schutz befasst. Der Mann habe psychische Probleme gehabt, sei seit März in psychiatrischer Behandlung gestanden und habe gut auf die Therapie angesprochen, sagt Herta Staffa von der zuständigen Magistratsabteilung 11 zum STANDARD. Die Kinder hätten sich vor allem dank des Engagements der Mutter sehr gut entwickelt. Zuletzt habe es keine Hinweise auf eine Eskalation der familiären Situation gegeben, der Vater habe freiwillig die medikamentös gestützte Therapie fortgesetzt. Möglicherweise hat er die Medikamente selbstständig abgesetzt. (Michael Simoner, 27.11.2017)

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