Großbritannien: Lootboxen sind potenzielles Risiko für Kinder, aber kein Glücksspiel

    27. November 2017, 10:13
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    Glücksspielbehörde: In diesen Fällen können wir mit unseren rechtlichen Möglichkeiten nicht einschreiten.

    Umstrittene Monetarisierungsmechaniken in der Form so genannter Lootboxen stellen zwar ein potenzielles Risiko für Kinder dar und geben Anlass, besorgt zu sein, fallen jedoch nicht unter die Definition von Glücksspiel. Dies erklärt zumindest die britische Glücksspielbehörde in einem offiziellen Schreiben.

    "Ein Schlüsselfaktor bei der Entscheidung, ob die Grenze (zum Glücksspiel) überschritten wurde ist, ob ein Spielgegenstand, der über eine Zufallsmechanik erworben wurde, als Geld oder Geldersatz angesehen wird", erklärt Tim Miller, Direktor der Glücksspielbehörde. "In der Praxis bedeutet das, wenn Spielgegenstände, die über Lootboxen erworben werden, nur innerhalb des Spiels eingesetzt werden und nich gegen Geld eingetauscht werden können, ist es unwahrscheinlich, dass dies als lizenzierbare Glücksspielaktivität betrachtet wird. In diesen Fällen können wir mit unseren rechtlichen Möglichkeiten nicht einschreiten."

    Definitionsfrage

    Die Definition dessen, was Glücksspiel ist, könne nur das Parlament setzen. Die Behörde könne das Gesetz nur ausführen. Das heiße aber nicht, dass man wegschaue, weshalb man Geschäftsmodelle wie Lootboxen bereits 2016 als "potenzielles Risiko für Kinder" wahrgenommen habe. Und 2017 ging man erfolgreich gegen die Glücksspielseite "FUT Galaxy" vor, auf der User tatsächlich mit Spielinhalten aus "Fifa" um Echtgeld zocken konnten.

    "Trotzdem, viele Eltern interessiert es nicht, ob eine Aktivität die legale Definition von 'Glücksspiel' erfüllt. Ihre vorrangige Sorge ist, ob es da draußen ein Produkt gibt, das ein Risiko für deren Kinder darstellt", so Miller. "Wir sind besorgt über das Wachstum an Beispielen, bei deinen die Grenze zwischen Videospiel und Glücksspiel verschwimmt. Egal, ob es Glücksspiel ist oder nicht, wir haben alle die Verantwortung, Kinder und Jugendliche zu schützen." Aus Sicht der Behörde gäbe es dafür bereits zahlreiche Gesetzte wie beispielsweise die Pflicht zur Altersüberprüfung.

    Ermittlungen eingeleitet

    Doch selbst wenn die aktuelle Gesetzeslage Lootboxen nicht als Glücksspiel definiert, heißt dies nicht, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. In Europa und den USA haben bereits mehrere staatliche Institutionen und Politiker Ermittlungen eingeleitet, nachdem Lootboxen in populären Games wie "Star Wars Battlefront 2" ins Kreuzfeuer der Kritik seitens Konsumentenschützern, Konsumenten und Medien geraten war. (zw, 27.11.2017)

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