Jubelnde Katholiken begrüßen Papst in Myanmar

    27. November 2017, 13:57
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    Politischer Drahtseilakt des Kirchenoberhaupts, siebentägige Reise führt den Papst auch nach Bangladesch

    Rom/Vatikanstadt/Yangon – Als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche ist Papst Franziskus am Montag zu einem Besuch in Myanmar eingetroffen. Das buddhistische Land in Südostasien ist erste Station einer siebentägigen Reise, die den Pontifex auch in den Nachbarstaat Bangladesch führen wird.

    Tausende Katholiken haben zur Begrüßung von Papst Franziskus die Straßen der myanmarischen Metropole Rangun (Yangon) gesäumt. Burmesen, Kachin, Kayin und Tamilen schwenkten laut Kathpress die Flaggen von Myanmar (Burma) und des Vatikan und jubelten Franziskus zu. Vielen Teilnehmern standen die Tränen in den Augen.

    "Unser Papa ist hier"

    "Unser Papa ist hier. Ich bin so glücklich", so der 17-jährige Kachin Brang Seng Aung. Er sei mit Freunden aus Myitkyina gekommen, um den Papst zu sehen. Das von einem Bürgerkrieg zerrissene Kachin im Nordosten Myanmars hat eine christliche Bevölkerungsmehrheit.

    Die dreitägige Visite steht unter dem Motto "Frieden und Liebe". Ein Höhepunkt soll die große Papstmesse unter freiem Himmel am Mittwoch sein; dazu werden rund 200.000 Menschen erwartet.

    Für den für seine deutlichen Worte bekannten Papst ist der Myanmar-Besuch ein diplomatischer Drahtseilakt. Einheimische wie auch viele Menschen im Ausland erwarten von ihm klare Stellungnahmen zur gewaltsamen Vertreibung der muslimischen Rohingya, dem Krieg zwischen der Armee gegen die ethnischen Milizen der Kachin, der Shan und der Wa sowie zu Hasspredigten nationalistischer buddhistischer Mönche gegen Muslime. Die katholischen Bischöfe von Myanmar haben dem Papst jedoch nahegelegt, während seines Aufenthalts in Myanmar auf das Wort "Rohingya" zu verzichten.

    Treffen mit Regierungschefin Aung San Suu Kyi

    Mit Spannung werden die Begegnung des Papstes mit der faktischen Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi am Dienstag sowie das als "privat" charakterisierte Treffen mit dem Oberbefehlshaber der Armee, General Min Aung Hlaing, erwartet. Letzteres soll nun bereits am Montagabend (Ortszeit) stattfinden, wie der Vatikan kurz nach dem Eintreffen des Papstes in Rangun bekannt gab. General Min Aung Hlaing gilt aufgrund der in der Verfassung festgeschriebenen mächtigen politischen Rolle der Armee als der starke Mann Myanmars. Ohne ihn dürfte weder der Rohingya-Konflikt gelöst werden noch ein Frieden mit den ethnischen Minderheiten möglich sein.

    Von Rangun aus fliegt Papst Franziskus am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch nach Bangladesch weiter. Die Visite in dem mehrheitlich islamischen Land steht unter dem Motto "Harmonie und Frieden". Auch in Bangladesch dürften die Rohingya ein Thema sein. Mehr als 630.000 von ihnen sind in den vergangenen drei Monaten aus Rakhine in Myanmar nach Cox's Bazar in Bangladesch geflohen. Der Papst wird sich in Dhaka auch mit Rohingya-Flüchtlingen treffen. (APA, 27.11.2017)

    • Nonnen warten am Flughafen von Yangon auf die Ankunft von Papst Franziskus.
      foto: ap/thein zaw

      Nonnen warten am Flughafen von Yangon auf die Ankunft von Papst Franziskus.

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