Stöger schließt Rücktritt aus: "Könnt denken, dass ich nicht ganz dicht bin"

26. November 2017, 20:24
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0:2-Niederlage gegen Hertha könnte diesmal wirklich das letzte Spiel von Peter Stöger auf Kölns Trainerbank gewesen sein

Köln – Der 1. FC Köln kommt in der deutschen Fußball-Bundesliga weiter nicht aus der Krise. Am Sonntag verlor das Team von Trainer Peter Stöger vor Heimpublikum 0:2 gegen Hertha BSC und bezog damit die elfte Niederlage in der Saison. Der Bosnier Vedad Ibisevic traf zweimal für die Berliner, ÖFB-Legionär Valentino Lazaro kam für die Hauptstädter ab der 84. Minute zu einem Kurzeinsatz.

Zwei Punkte und vier Tore nach 13 Spielen bedeuten Negativrekorde in der 54-jährigen Bundesliga-Geschichte. Der Rückstand auf den rettenden 15. Platz beträgt schon elf Punkte, der Relegationsplatz ist neun Zähler entfernt.

Peter Stöger schloss trotz der miserablen Saisonbilanz einen Rücktritt als Trainer des 1. FC Köln aus. "Da könnt ihr mich jede Woche fragen. Da könnt ihr auch denken, dass ich nicht ganz dicht bin", sagte Stöger.

"Irgendwann bist du vom Kopf her am Arsch. Wenn du so viele Schläge in die Fresse kriegst, zermürbt dich das irgendwann. Das macht dich kaputt", sagte Kapitän Matthias Lehmann.

Angesichts von haufenweise Verletzten bot der Wiener Stöger mit dem 16-jährigen Yann Aurel Bisseck sogar den zweitjüngsten Spieler der Bundesliga-Historie auf. Jünger als der Kölner Abwehrspieler, der am Mittwoch seinen 17. Geburtstag feiert, war beim Debüt nur der Dortmunder Nuri Sahin (16 Jahre und 335 Tage). "Ich habe ihm erst kurz vor 16 Uhr Bescheid gegeben, damit er nicht zu viel darüber nachdenken muss", sagte Stöger vor dem Anpfiff im Sky-Interview. Bisseck spielte rechts in der Verteidigung.

Elfer oder nicht?

Mit Nikolas Nartey feierte zudem ein 17-Jähriger sein Bundesliga-Debüt bei den Rheinländern, die couragiert begannen, jedoch wie aus dem Nichts in Rückstand gerieten: Torhüter Timo Horn, bisher beständigster Kölner gewesen, ließ einen harmlosen Kopfball von Davie Selke aus den Fingern rutschen, Ibisevic nahm das Geschenk in der 16. Minute eiskalt an.

Ein Elfmeter hätte dem FC zum Ausgleich verhelfen können, Hertha-Verteidiger Karim Rekik prallte der Ball bei einem Schuss von Sehrou Guirassy an die Hand (49.). Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gab den Strafstoß in ihrem dritten Bundesliga-Spiel aber nicht, nachdem sie erst Video-Assistent Guido Winkmann befragt und sich die Szene dann selbst noch einmal in der Review-Area angesehen hatte.

Keine Zweifel gab es nach dem Foul von Kölns Lehmann an Selke. Ibisevic (64.) ließ Horn beim Elfmeter keine Chance. (APA, 26.11.2017)

  • Peter Stöger kann mit Köln in der Bundesliga weiter nicht gewinnen.
    foto: imago/müller

    Peter Stöger kann mit Köln in der Bundesliga weiter nicht gewinnen.

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