Sexuelle Übergriffe: Serientäter stellte sich nach Fotofahndung

    26. November 2017, 11:07
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    Fünf Opfer erkannten Verdächtigen wieder – Mann teilgeständig

    Wien – Ein 23-Jähriger Mann, dem mehrere Sexualdelikte zur Last gelegt werden, hat sich am Freitag auf einer Polizeistation in Wien-Favoriten gestellt. Der Mann soll im Zeitraum vom 10. Oktober bis zum 14. November fünf Frauen sexuell bedrängt haben, in einem Fall wird ihm eine versuchte Vergewaltigung zur Last gelegt. Der Verdächtige, nach dem auch mittels Foto gefahndet wurde, ist teilgeständig.

    Aufgrund des veröffentlichten Fotos samt Medienberichterstattung meldete sich noch ein weiteres Opfer, eine 23-jährige Frau. Im Bereich der Kollergasse im Bezirk Landstraße folgte ihr der Mann ins Stiegenhaus, attackierte die junge Frau von hinten und bedrängte sie sexuell. Als die 23-Jährige den Verdächtigen anschrie und wegstieß, flüchtete dieser aus dem Stiegenhaus.

    Diese Vorgehensweise deckt sich mit den vier weiteren Fällen, bei denen die Frauen jeweils auf ihrem Heimweg verfolgt und dann im Stiegenhaus sexuell bedrängt wurden. Alle Betroffenen wehrten sich gegen die Übergriffe und schlugen den Beschuldigten in die Flucht. In einem der fünf Fälle wurde das Opfer nicht nur sexuell belästigt, sondern es kam auch zu einer versuchten Vergewaltigung, ehe der Täter in die Flucht geschlagen werden konnte.

    Angriffe im Stiegenhaus

    Der erste bekannte Fall, der dem Mann zugeordnet wird, ereignete sich am 10. Oktober gegen 18 Uhr. Der Mann verfolgte ausgehend vom Bahnhof Wien-Mitte eine 39-jährige Frau bis zu ihrer Wohnung in der Löwengasse in Wien-Landstraße, betrat hinter ihr das Stiegenhaus und bedrängte sie sexuell. Als sich die Frau wehrte und um Hilfe schrie, flüchtete der Tatverdächtige.

    Am selben Tag nur eine Stunde später kehrte eine 20-Jährige vom Joggen in ihre Wohnung in der Bechardgasse, unweit des ersten Tatorts ebenfalls in Wien-Landstraße, zurück. Als die Frau, die mit Kopfhörern Musik hörte, das Wohnhaus betreten wollte, bedrängte sie ein Mann. Die Frau wehrte sich und schrie um Hilfe, der mutmaßliche Täter flüchtete.

    Wenig später ging eine 24-Jährige vom Bahnhof Wien-Mitte zu ihrer Wohnadresse in der Mohsgasse in Wien-Landstraße, wobei sie von einem Mann verfolgt wurde. Als sie gerade das Stiegenhaus betreten wollte, attackierte sie der Tatverdächtige von hinten und bedrängte sie sexuell.

    Teilgeständnis

    Aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe der Übergriffe und wegen der fast identen Vorgehensweise und der übereinstimmenden Personenbeschreibungen des mutmaßlichen Täters ging die Polizei von einer Serientäterschaft aus. Das Landeskriminalamt Wien übernahm die Ermittlungen.

    Nach dem vierten derartigen Vorfall am 14. November wurden in Zusammenarbeit mit den Wiener Linien Fotos des mutmaßlichen Täters während der Straßenbahnfahrt gesichert. Als die Fotos dann vergangenen Freitag in den Medien veröffentlicht wurden, stellte sich der 23-Jährige noch am selben Tag gegen 17.30 Uhr, berichtete Polizeisprecherin Irina Steirer.

    Anfangs habe der gebürtige Armenier noch alle Delikte abgestritten, sagte Steirer weiter. Als dem Verdächtigen jedoch bewusst war, dass ihn alle fünf Frauen wiedererkannt hatten, war er zumindest teilgeständig und gab zu, diese berührt zu haben. Die Polizei sucht nach weiteren Opfern. (APA, 26.11.2017)

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