Merkel will Rückführungen nach Afrika beschleunigen

    25. November 2017, 13:42
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    EU-Afrika-Gipfel soll engere Kooperation bringen

    Berlin – Vor dem EU-Afrika-Gipfel hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erneut die Rückführung von Afrikanern ohne Aufenthaltsrecht in ihre Heimatländer zum Thema gemacht. "Wir müssen besser werden bei der Frage derer, die kein Aufenthaltsrecht bei uns haben", sagte Merkel am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag Mecklenburg-Vorpommerns in Kühlungsborn.

    Sie werde kommende Woche beim EU-Afrika-Gipfel "genau darüber mit den einzelnen Herkunftsstaaten gerade aus Afrika sprechen", kündigte Merkel an. Dies betreffe sowohl Abschiebungen als auch freiwillige Rückkehr. Wichtig sei aber auch eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten, betonte die Kanzlerin.

    Am Mittwoch und Donnerstag findet in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) der EU-Afrika-Gipfel statt, der die Zusammenarbeit zwischen beiden Kontinenten verstärken soll. Merkel forderte zudem verstärkte Anstrengungen afrikanischer Länder in Bildung auf dem Kontinent. "Wir können noch so viel finanzieren: Wenn sich die Regierungen anschließend nicht wirklich auch um ihre jungen Menschen kümmern, dann hilft das auch nichts", sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft mit Blick auf die gestiegene Entwicklungshilfe. "Und deshalb sage ich in vielen Gesprächen mit afrikanischen Führungspersönlichkeiten auch sehr deutlich: Achtet auf eure Jugend, sie ist willens, etwas zu tun, sie ist intelligent, sie ist lernbreit."

    Die Verbesserung der Bildungschancen junger Leute in Afrika sei auch Teil der Entwicklungszusammenarbeit, um Fluchtursachen zu bekämpfen, betonte Merkel weiter. Die Kanzlerin warb dabei für die Ausweitung des Jugendaustausches mit afrikanischen Ländern. Das müsse auf legalen Wegen passieren. Wenn Europa seine Außengrenzen schütze und Schleppern das Handwerk lege, heiße das nicht, dass der legale Austausch nicht gefördert werde – "durch Berufsausbildungshilfe, durch Unterstützung für Universitäten, auch durch Studienmöglichkeiten". (APA/Reuters, 25.11.2017)

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