Schicksalsspiel für Dortmund-Trainer Bosz

24. November 2017, 15:22
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Bei Heimniederlage gegen Schalke muss der Niederländer wohl gehen. Leipzig ohne Sabitzer und Ilsanker gegen Bremen. Kölns "Lazarett" hofft auf Heimsieg gegen Hertha

Dortmund/Leipzig/Köln – Es gilt als die Mutter aller deutschen Fußball-Derbys. Wann immer sich der Borussia Dortmund und Schalke 04 duellieren, ist Brisanz garantiert. Dem 151. Aufeinandertreffen der Erzrivalen könnte am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) besondere Bedeutung zukommen – vor allem für den Dortmunder Trainer Peter Bosz, den eine Heimniederlage gegen die "Knappen" wohl den Job kosten wird.

Nach eigenem Bekunden geht er jedoch ohne Ultimatum in die Partie. "Nein", antwortete der 54-jährige Niederländer am Freitag kurz und knapp auf die Frage, ob die Vereinsführung an ihn eine entsprechende Forderung gestellt habe. Sorgen um seine Zukunft würden ihn nur vom Wesentlichen ablenken: "Ich habe keine Angst um meinen Job. Damit beschäftige ich mich nicht. Ich bin Fußballtrainer und weiß, dass so etwas passieren kann."

Kredit verspielt

Die desaströse Bilanz aus den vergangenen neun Spielen mit nur einem Sieg kostete Bosz all jenen Kredit, den er sich mit dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte erworben hatte. Mehr noch als der Sturz von Rang eins auf fünf wurmt es viele BVB-Anhänger, dass der ungeliebte Nachbar aus Gelsenkirchen in der Tabelle mittlerweile vorbeigezogen ist und auf Platz zwei steht. Allein in den vergangenen fünf Partien machte Schalke zwölf Punkte auf die Dortmunder gut.

Vizemeister RB Leipzig ist vor der 13. Runde punktegleich mit Schalke, bangte aber vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen gleich um mehrere Spieler. Neben dem an der Schulter verletzten Schlüsselspieler Marcel Sabitzer ist der Einsatz von Stürmer Yussuf Poulsen (Achillessehne), Mittelfeldspieler Kevin Kampl (Sprunggelenk) und Marcel Halstenberg (Adduktoren) zumindest fraglich. Das Trio ließ am Donnerstag das Training aus. Dafür kehrte Stefan Ilsanker nach seinem überstandenen Zehenbruch nach mehrwöchiger Pause ins Mannschaftstraining zurück. Er ist aber wohl noch keine Option für den Kader.

Vor allem der mehrwöchige Ausfall Sabitzers schmerzt Trainer Ralph Hasenhüttl. Der ÖFB-Teamspieler hatte sich am Dienstag beim 4:1-Sieg in der Champions League bei AS Monaco die Schulter ausgekugelt. "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Aber wir haben schon in der Vergangenheit Verluste gut kompensiert. Wenn einer das schafft, dann wir", betonte Hasenhüttl am Freitag. Der 50-jährige Steirer erwartet gegen den Tabellen-16. aus Bremen "ein attraktives Spiel".

Unten ist es heiß

Nachdem Werder in der Vorwoche erstmals gewonnen hat, steht nur noch der stark ersatzgeschwächte Tabellenletzte Köln in der Bundesliga sieglos da. Im Heimspiel am Sonntagabend (18.00 Uhr) gegen den Tabellen-14. Hertha BSC soll nun die Trendwende eingeläutet werden. "Ich hoffe, dass wir den Schwung diesmal mitnehmen. Bisher ist uns das leider weniger gut gelungen", meinte Trainer Peter Stöger, dessen Mannschaft am Donnerstag in der Europa League einen 1:0-Heimsieg über Arsenal gefeiert hatte. "Offenbar sind wir eine echte Pokal-Mannschaft", sagte Stöger mit bitterer Ironie, denn die bisherigen vier Kölner Saisonsiege wurden im Europacup und im DFB-Pokal (je zwei) eingefahren.

Allerdings verschärfte sich die Personalsituation bei den Geißböcken weiter: Mit Stürmer Jhon Cordoba, Abwehrchef Dominic Maroh, die sich beide gegen Arsenal Oberschenkelblessuren zugezogen haben, und Carlos Queiros (Lendenwirbelfraktur) fallen gleich drei weitere Spieler bis Jahresende aus. Gegen Arsenal hatten mit Jonas Hector, Dominique Heintz, Marcel Risse, Leonardo Bittencourt, Simon Zoller, Christian Clemens und Marco Höger bereits sieben Leistungsträger wegen Verletzungen gefehlt. Zudem muss Stöger gegen die Hertha auch Innenverteidiger Frederik Sörensen wegen einer Gelbsperre vorgeben.

Spitzenreiter Bayern München gastiert knapp 24 Stunden davor am Samstagabend (18.30) im Spitzenspiel beim Vierten in Mönchengladbach und könnte mit dem zehnten Sieg im zehnten Pflichtspiel seit der Übernahme von Trainer Jupp Heynckes der Konkurrenz weiter enteilen. Derzeit liegen David Alaba und Co. je sechs Zähler vor Schalke und Leipzig. Gladbach fehlen vor dem direkten Duell acht Punkte auf die Münchner, die dank "Gladbach-Urgestein" Heynckes nun wieder auf bestem Weg Richtung sechsten Meistertitel en suite sind. (APA, 24.11.2017)

  • Es wird happig für Peter Bosz.
    foto: apa/afp/dpa/ina fassbender

    Es wird happig für Peter Bosz.

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