Weniger schnelle Smart-Meter-Einführung, "Opt-in" möglich

24. November 2017, 13:09
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Rollout-Fahrplan wird auf EU-Ziele reduziert

Die Smart-Meter-Einführung in Österreich soll nun etwas weniger schnell erfolgen als ursprünglich geplant: Der ehrgeizige Fahrplan wird gelockert und entspricht den EU-Vorgaben. Für Kunden, die ihren "intelligenten" Stromzähler früher haben wollen als vom Netzbetreiber vorgesehen, gibt es neu ein "Opt-in": Der Smart Meter muss ehestmöglich, höchstens binnen sechs Monaten, installiert werden.

Änderung in Begutachtung

Eine entsprechende Änderung der Smart-Meter-Einführungsverordnung hat das Wirtschaftsministerium heute in Begutachtung geschickt. Darüber hatte auch die "Presse" (Freitagausgabe) berichtet. Die Begutachtungsfrist läuft bis 8. Dezember.

"Jeder Konsument, der einen Smart Meter will, soll einen bekommen – auch vorzeitig. Damit wird dem Kunden das digitale Werkzeug in die Hand gelegt, um aktiv Strom – und damit Kosten und CO2 – zu sparen", so Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP).

Der neue Zeitplan für den Rollout sieht nun vor, dass wie im EU-Ziel mindestens 80 Prozent der Haushalte bis Ende 2020 mit einem Smart Meter ausgestattet sein müssen. Bis Ende 2022 erhöht sich die Verpflichtung auf zumindest 95 Prozent. Den ursprünglichen österreichischen Plänen zufolge sollten es 70 Prozent bis Ende 2017 und 95 Prozent bis 2019 sein. Ende 2016 lag der Abdeckungsgrad in Österreich bei Haushalten, Klein- und Mittelgewerbe sowie in der Landwirtschaft laut Energieregulierungsbehörde E-Control bei 8,5 Prozent.

Kunden können auch ablehnen

Kunden können den Smart Meter auch ablehnen, Zielwert ist aber, dass maximal 5 Prozent der Endkunden ein Opt-out durchführen. Mit den nun geplanten Änderungen sollen jedenfalls Rechtsunsicherheiten bei der Ablehnung der digitalen Messgeräte ausgeräumt werden. Der Netzbetreiber muss dem Kundenwunsch auf Opt-out entsprechen. Er wird diesem aber auch dann gerecht, wenn er bestimmte Software-Funktionen – vor allem die Speicherung von Tages- und Viertelstundenwerten sowie die Fernabschaltbarkeit – deaktiviert. Auf die Zielverpflichtung werden derart programmierte Smart-Meter aber künftig angerechnet. (APA, 24.11.2017)

  • Der Rollout-Fahrplan für Smart Meter wird auf EU-Ziele reduziert – Kunden können den "intelligenten" Stromzähler aber auch früher erhalten als vom Netzbetreiber vorgesehen.
    foto: ap photo/carolyn kaster

    Der Rollout-Fahrplan für Smart Meter wird auf EU-Ziele reduziert – Kunden können den "intelligenten" Stromzähler aber auch früher erhalten als vom Netzbetreiber vorgesehen.

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