Verdacht auf Misshandlungen in Pekinger Vorschule

24. November 2017, 12:19
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Eltern entdeckten Nadelstiche – Kinder berichteten von verabreichten Pillen

Peking – Die Polizei in China hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Misshandlung in einer Pekinger Vorschule eingeleitet. Zuvor hatten entsetzte Eltern an ihren Kindern Stiche entdeckt, die offensichtlich von Nadeln rührten. Mehrere Schützlinge berichteten, sie hätten nach dem Essen nicht weiter identifizierte Pillen schlucken müssen und seien danach eingeschlafen.

Die Bezirksbehörden von Chaoyang erklärten, die Ermittlungen seien aufgenommen worden, nachdem Eltern die Polizei am Mittwoch alarmiert hätten. Zu den Vorwürfen gegen den Betreiber RYB Education New World, der seit September an der New Yorker Börse notiert ist, wollten die Behörden sich nicht äußern.

Pädagogen suspendiert

Der Betreiber entschuldigte sich bei den Eltern und erklärte, das Unternehmen arbeite mit der Polizei zusammen. Die fraglichen Erzieher und Lehrer seien suspendiert worden, erklärte RYB im Kurzbotschaftendienst Weibo.

Wütende Eltern versammelten sich am Donnerstag vor der Vorschule, wie auf Bildern des Staatsfernsehens CCTV zu sehen war. Der Sender zeigte auch die mutmaßlichen Nadelstiche bei einigen Kindern. Das Magazin "Caixin" berichtete, bei acht Kindern seien solche Stiche entdeckt worden. Die Vorfälle seien aus zwei Klassen mit Kindern zwischen zwei und sechs Jahren gemeldet worden.

"Zwei weiße Tabletten"

"Ich habe mein Kind gefragt, nachdem ich das von anderen Eltern gehört habe, und es hat mir gesagt, dass sie nach dem Mittagessen zwei weiße Tabletten genommen haben und danach eingeschlafen sind", sagte ein Vater CCTV.

RYB betreibt 80 Kindergärten und Vorschulen und hat Franchise-Lizenzen für weitere 175 Einrichtungen in insgesamt 130 Städten in China vergeben, wie das Unternehmen bei der Nasdaq angibt.

Vorfälle vergangene Woche

Erst vergangene Woche waren Misshandlungsvorwürfe gegen einen Unternehmens-Kindergarten in Shanghai laut geworden. Auf Videos war zu sehen, dass Mädchen und Buben im Kindergarten des Online-Reisebüros Ctrip grob behandelt und mit Zwangsfütterung bestraft wurden – nach Angaben von Eltern mussten die Kleinen scharfen Senf essen. Die Polizei nahm drei Verdächtige fest.

Der neue Fall schürte weitere Ängste: "Von Ctrip bis RYB, welche Zukunft haben wir, wenn wir nicht einmal unsere Kinder schützen können?", schrieb ein Nutzer auf Weibo. Ein anderer forderte Überwachungskameras in jedem Kindergartenraum. (APA, 24.11.2017)

  • Die Vorfälle wurden aus zwei Klassen mit Kindern zwischen zwei und sechs Jahren gemeldet.
    foto: afp photo/ nicolas asfouri

    Die Vorfälle wurden aus zwei Klassen mit Kindern zwischen zwei und sechs Jahren gemeldet.

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