Bisher unbekannte Schätze aus dem Grab von Tutanchamun

    Ansichtssache26. November 2017, 22:01
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    Außerdem: Eine blau schillernde Vogelspinne, leblose Ozeanwelten und rekordverdächtige Massengräber aus dem Mittelalter

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    foto: rgzm, dai kairo und universität tübingen

    Vergessene Kostbarkeiten aus dem Grab von Tutanchamun

    Man sollte meinen, dass alle Schätze aus dem Grab von Pharao Tutanchamun bekannt und gut untersucht sind – doch dem ist nicht so: Howard Carter, der die Grabstätte 1922 entdeckt hatte, hat einen Teil der Funde in einer Kiste verstaut, die im Magazin des Ägyptischen Museums in Kairo abgestellt worden war und erst vor wenigen Jahren unverhofft wieder aufgetaucht ist. Nun haben Tübinger Wissenschafter im Rahmen eines deutsch-ägyptischen Projekts erstmals den Inhalt dieser Kiste genauer analysiert. Es handelt sich vor allem um verzierte Goldbleche, die einst vermutlich Pfeilköcher, Bogenkästen und Zaumzeug schmückten.

    Die Restauratoren Christian Eckmann und Katja Broschat vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz setzten aus den zahlreichen Fragmenten in mühsamer Kleinarbeit 100 annähernd vollständige Bleche zusammen. Bei der Untersuchung der Stücke gelang es den Forschern ägyptische Motive von solchen zu unterscheiden, die einem "internationalen", orientalisch beeinflussten Motivkanon zuzurechnen sind. Dazu zählen Darstellungen von Tierkämpfen und Ziegen am Lebensbaum, die der ägyptischen Kunst eigentlich fremd sind ‒ sie müssen aus dem Vorderen Orient nach Ägypten gekommen sein. Nach der derzeitigen Erstpräsentation der Objekte in Kairo werden diese künftig im neuen Grand Egyptian Museum nahe den Pyramiden von Gizeh gezeigt.

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