Umweltbundesamt-Chef nicht gegen Umzug nach Klosterneuburg

    24. November 2017, 08:29
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    Geschäftsführer Rebernig hält gute Lösung mit modernem Gebäude und guter Öffi-Anbindung für möglich

    Wien – Der Geschäftsführer des Umweltbundesamts, Georg Rebernig, hält eine Übersiedlung seiner Behörde von Wien nach Klosterneuburg für denkbar. Wenn man ein modernes, funktionales Gebäude im Eigentum und eine Anbindung an das hochrangige öffentliche Verkehrsnetz bekomme, sei eine gute Lösung möglich, sagte Rebernig am Donnerstag.

    Die Absiedlung in die zwölf Kilometer außerhalb der Stadtgrenze gelegene Gemeinde in Niederösterreich hatte zuletzt vor allem in Wien heftige Kritik ausgelöst. Die Stadt hatte der Behörde 13 neue Standorte angeboten, der zuständige Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) beharrte jedoch auf der Übersiedlung nach Klosterneuburg und verwies auf eine bereits mit Niederösterreich unterzeichnete Vereinbarung.

    Wiener Zentrale sanierungsbedürftig

    Das Umweltbundesamt sei derzeit in Wien auf vier Standorte aufgeteilt, das Zentralgebäude an der Spittelauer Lände sei sanierungsbedürftig, sagte Rebernig angesichts der Übersiedlungskosten von rund 46 Millionen Euro. Der Bund habe sich zu einem Beitrag von 25 Millionen und das Land Niederösterreich zu zwölf Millionen bereiterklärt. "Diese 37 Millionen sind eine wirklich maßgebliche Summe." Derzeit habe die Behörde Miet- und Betriebskosten von 2,8 Millionen Euro im Jahr. Nun sei ein modernes, funktionales Gebäude im Eigentum möglich, damit könne man langfristig Kosten sparen.

    Wichtig ist dem Geschäftsführer eine Anbindung an das hochrangige öffentliche Verkehrsnetz. Das sei in Klosterneuburg möglich, weil der dortige Bürgermeister einen Standort möglichst nahe an einer Schnellbahnstation zugesagt habe.

    Mitarbeiter sollen mitreden dürfen

    Ihm sei allerdings bewusst, dass den Mitarbeitern die längere Anfahrt nach Klosterneuburg Sorgen mache, so Rebernig. Deshalb habe man begonnen, gemeinsam mit den Kollegen "einen Prozess aufzusetzen". So soll es etwa für die ersten fünf bis zehn Jahre eine Unterstützung für die längere Wegzeit und die erhöhten Fahrtkosten geben. Auch die Möglichkeit von Telearbeit werde geprüft.

    Die von der Belegschaft geforderte Einbindung in die Entscheidungen sichert der Geschäftsführer nicht nur zu, er hält sie auch für notwendig. Für die konkrete Ausgestaltung, etwa das Raum- und Funktionskonzept, brauche man den Input der Kollegen. Zu dem von der Belegschaft geforderten "zentralen Standort" schlägt Rebernig vor, zumindest einen Raum in Wien für Besprechungen und sonstige Arbeiten bereitzuhalten.

    Kleine Zentrale in Wien denkbar

    Auch Rupprechter hatte zuletzt die Möglichkeit ins Spiel gebracht, ein kleines "Headquarter" in Wien zu belassen, die Mehrheit der rund 500 Mitarbeiter aber zu übersiedeln. Damit könnte er das Umweltkontrollgesetz umgehen, das in Paragraf 5 Wien als Sitz für das Umweltbundesamt vorsieht. Rebernig will sich dazu nicht äußern, der Standortwechsel werde jedenfalls erst in fünf bis sechs Jahren tatsächlich vollzogen, erst dann sei auch diese Frage oder eine Gesetzesänderung zu klären. (APA, 24.11.2017)

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