Austrias Chancen trotz 1:5-Packung in Mailand intakt

    Video23. November 2017, 23:10
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    Die Austria muss sich in Mailand 1:5 geschlagen geben. Weil sich aber Rijeka und Athen die Punkte teilen, wartet auf die Veilchen im letzten Spiel ein Showdown

    Mailand – Wie zum Auftakt Mitte September hat die Wiener Austria am Donnerstagabend auch das Europa-League-Match bei AC Milan mit 1:5 (1:3) verloren. Christoph Monschein brachte die Gäste in Führung (21.), doch Ricardo Rodriguez (27.), Andre Silva (36., 70.) und Patrick Cutrone (42., 93.) sorgten für klare Verhältnisse und Milans Aufstieg.

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    Die Austria verliert in Mailand mit 1:5.

    Dass der in Gruppe D auch für die Wiener noch in Reichweite ist, verdankt das ersatzgeschwächte Team von Thorsten Fink nicht zuletzt Ex-Austrianer Alexander Gorgon, der mit seinem Doppelpack (8., 26.) für eine 2:0-Führung von HNK Rijeka beim Auswärtsmatch gegen AEK Athen sorgte. Die Partie endete schließlich 2:2, womit die Austria bei einem Heimsieg gegen Athen am 7. Dezember im Sechzehntelfinale wäre.

    Kuriose violette Führung

    Nachdem die Austria bei der Heimniederlage gegen Milan bereits nach 20 Minuten 0:3 zurückgelegen war, durfte sie in Mailand vor 18.000 Zuschauern, darunter 2.000 aus Wien, in der 21. Minute die Führung bejubeln: Nach Idealpass von Raphael Holzhauser ließ Monschein Goalie Gianluigi Donnarumma aussteigen und traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck, da der zurückgeeilte Abwehrchef Leonardo Bonucci das Kunststück zuwege brachte, dass ihm der Ball im Rutschen genau zwischen die Beine sprang und dadurch über die Linie rollte. Es war das erste Tor einer österreichischen Mannschaft im San Siro seit Dezember 1983, als die Austria gegen Inter ein 1:1 erreichte.

    Danach drehten die in dieser Europa-League-Saison noch ungeschlagenen Italiener aber auf, wobei der Ausgleich aus einem Abwehrschnitzer resultierte: Nach einer von Andre Silva verlängerten Flanke von Fabio Borini kam der am langen Eck vollkommen vernachlässigte Rodriguez aus kurzer Distanz zum Schuss. Nicht einmal zehn Minuten später hieß es schon 2:1: Ein eigentlich schlecht geschossener Freistoß von Rodriguez landete ungewollt genau bei Andre Silva, der sich diese Chance nicht entgehen ließ.

    Überlegenes Milan

    Eine weitere Unsicherheit der Austria-Abwehr führte dann zum dritten Gegentreffer, auch weil Schlussmann Patrick Pentz zu zögerlich agierte. Dadurch ermöglichte er eine Flanke von Borini, der den Ball noch knapp vor der Outlinie erwischte und den in der Mitte lauernden Cutrone ideal bediente. Und Italiens 19-jähriger U21-Teamspieler köpfelte sicher ins verwaiste Tor.

    Nach der Pause verabsäumte es Mailand zunächst, weitere Tore zu schießen. So zischte nach einem Eckball etwa ein Schuss von Bonucci knapp über die Latte (48.). In der 53. Minute klärte Abdul Kadiri nach einem Schnitzer von Ibrahim Alhassan im letzten Moment noch vor Andre Silva, der dann aber nach Cutrone-Assist aus der Drehung zum 4:1 traf. Es war bereits der fünfte Treffer des im Sommer für 40 Millionen Euro verpflichteten Portugiesen gegen die "Veilchen". Und nach einer blitzschnellen Kombination erzielte Cutrone in der Nachspielzeit noch das 5:1.

    Der Austria gelang dagegen fast gar nichts, obwohl die Mailänder phasenweise deutlich zurückschalteten. Ein Schuss von Felipe Pires ging nach einem Konter über Monschein klar am langen Eck vorbei (56.). Die Austria, die am Sonntag in Wolfsberg gastiert, kassierte damit die bereits siebente Niederlage in den jüngsten neun Pflichtspielen. (APA, red, 23.11.2017)

    Europa League, Gruppe D, 5. Runde, Donnerstag

    AC Milan – Austria Wien 5:1 (3:1)
    Giuseppe-Meazza-Stadion, 18.000 Zuschauer, SR Andris Treimanis (LAT)

    Torfolge:
    0:1 (21.) Monschein
    1:1 (27.) Rodriguez
    2:1 (36.) A. Silva
    3:1 (42.) Cutrone
    4:1 (70.) A. Silva
    5:1 (93.) Cutrone

    Milan: G. Donnarumma – Musacchio, Bonucci (80. Gomez), Zapata – Borini (74. Locatelli), Kessie, Biglia, Calhanoglu, Rodriguez (64. Antonelli) – Cutrone, A. Silva

    Austria: Pentz – De Paula, Kadiri, Borkovic, Salamon (69. Gluhakovic) – Serbest – Prokop, Alhassan, Holzhauser (86. Lee), Pires (78. Tajouri) – Monschein

    Gelbe Karten: Musacchio bzw. Salamon, Monschein

    Stimmen:

    Thorsten Fink (Austria-Trainer): "20 Minuten ist unser Plan aufgegangen, wenige Chancen zuzulassen und auch den Ball zu halten. Nach dem 1:0 ist uns das nicht mehr gelungen, da war dann jeder Ball weg. Da hat uns der Mut gefehlt, auch ist das 1:1 zu schnell gefallen. Dass wir jetzt ein Finale gegen Athen haben, das haben wir uns schon auch erarbeitet. Wir hoffen jetzt auf ein volles Stadion. AEK ist eine andere Mannschaft als Milan, aber wir müssen dieses Spiel erst gewinnen."

    Raphael Holzhauser (Austria-Mittelfeldspieler): "Wir sind super ins Spiel gekommen und in Führung gegangen, aber dann haben wir Tore bekommen, die sind nicht erklärbar. Wir sind trotzdem glücklich, denn wir haben in zwei Wochen ein Finale gegen AEK Athen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in der Liga wieder in die Spur kommen."

    Patrick Pentz (Austria-Tormann): "Wir haben recht gut begonnen und taktisch das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben – Nadelstiche zu setzen. Das ist uns mit dem Tor gut gelungen. Danach war es richtig schwer, gegen diese Weltklassespieler zu verteidigen. Es ist super, dass wir es noch in der eigenen Hand haben. Wir werden im letzten Spiel zu Hause gegen AEK Athen alles reinhauen."

    • Andre Silva und Milan hatten doch ihren Spaß mit den Gästen aus Wien.
      foto: apa/afp/miguel medina

      Andre Silva und Milan hatten doch ihren Spaß mit den Gästen aus Wien.

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