Die sieben besten Games 2017: Es war ein großes Spielejahr

Ansichtssache26. November 2017, 11:00
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Diese Videospiele haben uns heuer bewegt, begeistert, überrascht und umgehauen

Es war wieder ein großes Spielejahr. Neben einer Flut ausgefallener Indiewerke haben zahlreiche Blockbuster um die Gunst der Konsumenten gebuhlt. Von all den Pixelfantasien haben uns diese sieben Games 2017 am meisten bewegt, begeistert, überrascht und umgehauen.

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Video: Die sieben besten Videospiele 2017 in 8 Minuten!
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Resident Evil 7 (PC, PS4, PSVR, XBO)

Keine andere Horrorspielserie hat es zu einem ähnlichen Mainstream-Erfolg gebracht wie "Resident Evil". Doch für den Aufstieg in die Popkultur inklusive Blockbuster-Kinofilmen musste Capcoms legendäre Zombieverschwörung wortwörtlich über Leichen gehen und verlor dabei immer wieder das aus den Augen, was seine Fans einst so köstlich gruseln ließ. "Resident Evil 7" ist in vieler Hinsicht ein erstaunlicher Neuanfang. Zum einen, weil der jüngste Teil angsteinflößender und spannender als alle Vorgänger ist, und zum anderen, weil der japanische Entwickler dabei mit großer Risikobereitschaft den bisherigen Trend zu immer actionreicheren Iterationen links liegen ließ. Und ganz nebenbei griff man das noch so junge Medium der virtuellen Realität auf, um Spieler zumindest optional auf bislang unbekannte Art und vielfach intensiver das Fürchten zu lehren, während die meisten anderen Hochglanzproduktionen VR bislang weitgehend ignorieren. Aber mit oder ohne Headset am Kopf: die beste Horrorspielerfahrung seit Jahren.

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Super Mario Odyssey (Nintendo Switch)

Die Kritik ist berechtigt: Kein anderer Spielehersteller kocht seine prominentesten Marken öfter neu auf als Nintendo. Doch es gibt auch keinen anderen Entwickler, der selbst nach dutzenden Fortsetzungen so viel Liebe und Zeit investiert, um den großen Namen gerecht zu werden. "Super Mario Odyssey" ist nicht nur der beste Beweis für dieses enorme Maß an leidenschaftlicher Markenpflege, sondern überdies auch dafür, wie viel Kreativität nach all den Jahrzehnten noch in Nintendos Galionsfigur steckt. Der ehemalige Installateur hat mit dem Begleiter Cappy und dessen Kraft, Mario in alle Gegner und Objekte verwandeln zu können, die bislang genialste Fähigkeit in der langen Geschichte der Serie verpasst bekommen. Und das in einer Spielwelt, in der alles lebt und nichts ist, wie es zunächst erscheint, und die vor Einfallsreichtum nur so strotzt. Wer auf der Suche nach Spielfreude ist, findet sie zweifelsfrei in Bermudashorts über Strände flitzend und im Käseland als Steak herumhüpfend in Marios bisher irrstem Abenteuer. (Zsolt Wilhelm, 26.11.2017)

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Divinity 2: Original Sin (PC)

Die größten Perlen finden sich manchmal abseits der namhaftesten Attraktionen. Nicht zuletzt für all jene, die sich bei allem Hype um Open-World-Games schon länger wieder nach einem Rollenspielwerk der guten alten Schule sehnen. "Divinity 2: Original Sin" fängt all das ein, was Genreklassiker wie Baldur’s Gate zu Sternstunden der Videospielgeschichte gemacht hat, und modernisiert gleichzeitig populäre Konzepte für eine Spielerschaft, die sich trotz rosaroter Nostalgiebrille an die eine oder andere Bequemlichkeit jüngerer Rollenspiele gewöhnt hat. Bemerkenswert ist, wie natürlich "Divinity 2" das ruhigere Gameplay aus der isometrischen Perspektive mit der spielerischen Dynamik offen ausgelegter Abenteuer verbindet. Als gejagter Quellenmagier kann man nicht nur seinen Spielstil frei wählen, sondern die Reise auch mit anderen Mitstreitern angehen. Und mit genialen Einfällen wie dem, selbst eine Spielwelt für andere erschaffen zu können, kommt es nicht überraschend, dass "Divinity 2" eines der bestbewerteten Games 2017 ist.

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Hellblade: Senua's Sacrifice (PC, PS4)

Nicht zuletzt an der jüngsten Zensurdebatte um Weltkriegsspiele sieht man, wie schwer es die Spielebranche immer noch hat, ernste Themen gebührend zu behandeln. Ninja Theorys Action-Adventure "Hellblade" ist nicht nur unter diesem Gesichtspunkt ein bemerkenswertes Werk: In der Rolle einer keltischen Kriegerin, die sowohl gegen die Monster der Unterwelt als auch ihre innern Dämonen ankämpfen muss, werden Spielern die Auswirkungen realer psychischer Erkrankungen näher gebracht. Auf wahrlich bild- und tongewaltige Weise. Eine Pionierleistung ist "Hellblade" wiederum zudem deshalb, weil es trotz der sehr begrenzten Ressourcen des 20-köpfigen Indie-Entwicklerstudios über Produktionsqualitäten verfügt, wie man sie sonst nur von AAA-Blockbustern kennt. Wer nach einem düsteren Abenteuer mit Tiefgang und einer erfrischend klischeebefreiten Protagonistin sucht, für den führt kein Weg an "Hellblade" vorbei. Wem das zu düster ist, findet aktuell nur in "Uncharted: The Lost Legacy" und "Horizon: Zero Dawn" ähnlich starke Action-Heldinnen.

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Wolfenstein 2: The New Colossus (PC, PS4, PSVR, XBO)

Pechschwarzer Abgang in die Abgründe unserer Gesellschaft: "Wolfenstein 2: The New Colossus" versetzt ins alternative Amerika, das von futuristischen Ausgeburten der Nationalsozialisten besetzt wurde. Als Widerstandskämpfer B. J. Blazkowicz wird man zum "Inglorious Basterd", um SS-Oberhäupter und Ku-Klux-Klan-Kapuzenträger durch den Fleischwolf zu drehen. Was den ultrabrutalen Egoshooter "Wolfenstein 2" so beachtenswert macht, ist die Unverblümtheit, mit der Hersteller Machine Games in einer Zeit des wieder aufkeimenden Rechtspopulismus mit Nazis abrechnet, und wie er es dabei gleichzeitig schafft, mit blutroter Satire Charaktere zu zeichnen, die einem im guten wie im absolut schlechtesten Sinne nahegehen. Während das Shooter-Genre sich branchenweit klar auf erzählerisch anämische Mehrspielererfahrungen eingeschossen hat, setzt "Wolfenstein 2" ein kräftiges Zeichen dafür, dass starke Storys und Solokampagnen noch nicht ausgestorben sind.

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The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo Switch)

Dass Nintendo zum Start der neuen Spielkonsole Switch gleich zwei Hochkaräter spendieren würde, hätte man sich vor ein paar Jahren nicht träumen lassen. Doch neben "Super Mario Odyssey" ist in Form von "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" gleich die zweite überragende Neuinterpretation einer ikonischen Serie gelungen. In den Schuhen von Held Link muss man abermals Hyrule vom Bösen befreien, doch es ist die enorme spielerische Freiheit, wie man zu diesem Ziel gelangt, die das jüngste Werk der Saga von seinen populären Vorgängern und vielen anderen etablierten Open-World-Abenteuern abhebt. Im neuen Hyrule gibt es keine vorgesetzten Pfade, stattdessen wird man zum Überlebenskämpfer, der ebenso Stunden mit der Zubereitung von stärkenden Mahlzeiten und Heiltränken verbringen wie gleich an der Tür des Endgegners anklopfen kann. Doch wer sich die Zeit nimmt und sich einfach von seiner Neugier leiten lässt, wird erstaunt feststellen, wie viel es nach 30 Jahren "Zelda" noch immer zu entdecken gibt.

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Horizon Zero Dawn (PS4)

Nach einem Jahrzehnt mit der Egoshooter-Dystopie "Killzone" hat das Studio Guerilla Games mit dem postapokalyptischen Abenteuer "Horizon Zero Dawn" untermauert, was wirklich in ihm steckt. In einer hunderte Jahre in der Zukunft gelegenen Zeit haben Maschinen, imposant wie Dinosaurier, die Weltherrschaft ergriffen. In den Schuhen der Stammeskriegerin Aloy gilt es einerseits, in dieser tödlichen Umgebung zu überleben, und andererseits herauszufinden, wie es zum Zerfall der menschlichen Zivilisation kommen konnte. Ein Action-Adventure das durch das wohl bildgewaltigste und einschüchterndste Ökosystem aus Stahlbestien führt, das man sich als Couchheld nur wünschen kann, und dem es gelingt, dass sich jeder Kampf episch anfühlt. Gleichzeitig hat Guerilla es vollbracht, angestaubten Open-World-Mechaniken frischen Wind einzuhauchen und eine Story zu erzählen, die nicht nur "Terminator"-Fans fesselt. Ebenso wichtig: "Horizon" zeigt, dass sich Mut zu neuen Ideen selbst in der konservativen Blockbuster-Industrie wirklich auszahlen kann. (Zsolt Wilhelm, 26.11.2017)

Das war unsere Auswahl der besten Videospiele des Jahres! Wir sind gespannt, welche Games euch 2017 am meisten Freude bereitet haben.

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