Wien wird doch erst 2026 zur Zwei-Millionen-Metropole

    23. November 2017, 14:04
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    Starke Zuwanderung schwächt sich vorerst ab – Österreich hat 2021 neun Millionen Einwohner

    Wien – Österreichs Bevölkerung wächst – aber weniger stark als noch im Vorjahr erwartet. Das sind die Erkenntnisse der neuen Prognose der Statistik Austria. "Die internationale Migration ist 2016 und 2017 weniger stark ausgefallen als erwartet", sagte Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Donnerstag. Die Prognosen von 2016 wurden deshalb leicht revidiert.

    Am deutlichsten zeigt sich das in Wien: Die Hauptstadt ist laut Pesendorfer "der Magnet bei internationaler Zuwanderung" in Österreich. Bei der Bevölkerungsprognose im Vorjahr war davon ausgegangen worden, dass Wien bereits im Jahr 2022 die Zwei-Millionen-Einwohner-Grenze knacken wird. Das war zuletzt in Zeiten der Donaumonarchie der Fall.

    Die revidierte Prognose sieht dieses Szenario nun erst im Jahr 2026 kommen. Zum Vergleich: Vor den großen Flüchtlingsbewegungen rechnete die Statistik Austria vor drei Jahren damit, dass Wien 2029 wieder zwei Millionen Einwohner haben wird. Anfang 2017 hielt Wien bei rund 1,87 Millionen Bewohnern.

    Internationale Zuwanderung hauptverantwortlich

    Die Prognosen beruhen auf Annahmen über Geburtenrate, Sterbefälle und Lebenserwartung sowie internationale Zuwanderung. Letzter Punkt ist hauptverantwortlich für das Wachstum in Österreich, sagt Pesendorfer. Ein guter Teil der Zunahme waren in den vergangenen Jahren auch Asylwerber. Im Rekordjahr 2015 betrug die Bevölkerungszunahme in Österreich 115.545 Personen.

    2021 neun Millionen Einwohner

    Österreich soll 2021 die Neun-Millionen-Einwohner-Marke überschreiten. Anfang 2017 waren es 8,77 Millionen. Gemäß den langfristigen Prognosen wird Österreich bis zum Jahr 2080 auf zehn Millionen Einwohner wachsen. "Hätten wir keine internationale Zuwanderung, so würden wir 2080 bei etwas mehr als 6,6 Millionen Einwohnern liegen", sagt Pesendorfer.

    Im Vorjahr war davon ausgegangen worden, dass der jährliche Bevölkerungszuwachs in Österreich infolge von Wanderungsgewinnen bis zum Jahr 2020 rund 63.000 Personen betragen wird. Die am Donnerstag veröffentlichte Prognose wurde auf einen jährlichen Zuwachs von 46.000 Personen revidiert.

    Nur Kärnten verliert an Bevölkerung

    Interessant ist, dass langfristig alle Bundesländer – vor allem jene im Osten – mehr Einwohner haben werden. Die Ausnahme stellt Kärnten dar, wo sich die Bevölkerungsverluste der vergangenen Jahre nach dem Jahr 2030 wieder fortsetzen sollen. Kärnten, das aktuell 561.000 Einwohner hat, soll bis zum Jahr 2080 auf 541.000 schrumpfen. Schon in drei Jahren wird Salzburg Kärnten überholen und dann das Bundesland mit der sechstgrößten Bevölkerungsanzahl sein, sagt Alexander Hanika von der Direktion Bevölkerung bei der Statistik Austria.

    Immer mehr Ältere

    Die Bevölkerungsstruktur wird sich vor allem dahingehend ändern, dass der Anteil der Älteren (65 plus) sehr stark steigt. Das Geburtensaldo, also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, wird ab 2025 negativ werden – und laut Prognosen bis 2080 auch negativ bleiben. Die internationale Zuwanderung soll nach dem Ausnahmejahr 2015 langfristig von 154.000 Personen (geschätzt für 2017) auf 145.000 pro Jahr (ab 2038) zurückgehen.

    Die Fertilitätsrate soll sich von aktuell 1,53 leicht auf 1,6 Kinder pro Frau bis zum Jahr 2080 erhöhen. Die Lebenserwartung soll bei Männern von 79,1 auf 89,2 Jahre steigen. Bei Frauen soll die Lebenserwartung von aktuell 84,0 auf 92,3 Jahre zunehmen. (David Krutzler, 23.11.2017)

    • Bei der Bevölkerungsprognose im Vorjahr war davon ausgegangen worden, dass Wien bereits im Jahr 2022 die Zwei-Millionen-Einwohner-Grenze knacken wird. Das war zuletzt in Zeiten der Donaumonarchie der Fall. Die revidierte Prognose sieht dieses Szenario nun erst im Jahr 2026 kommen.
      foto: apa / helmut fohringer

      Bei der Bevölkerungsprognose im Vorjahr war davon ausgegangen worden, dass Wien bereits im Jahr 2022 die Zwei-Millionen-Einwohner-Grenze knacken wird. Das war zuletzt in Zeiten der Donaumonarchie der Fall. Die revidierte Prognose sieht dieses Szenario nun erst im Jahr 2026 kommen.

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