ATV wechselt Chefredakteur – intern schneller als nach außen

23. November 2017, 11:16
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Werner Bartl soll nun jedenfalls mit dem zweiten Quartal an Georg Grabner abgeben – oder schon zu Jahresbeginn

Wien – Ein Jahr sollte der frühere "Vera"- und Puls-4-Programmchef Werner Bartl ATV-Chefredakteur bleiben, ließ ProSiebenSat1Puls4 Ende April 2017 gleich nach der ATV-Übernahme verlauten. Nun übernimmt der langjährige ATV-Mann und Stellvertreter Georg Grabner laut Konzern "mit dem zweiten Quartal 2018". Intern indes wurde nach STANDARD-Infos kommuniziert, Grabner übernehme schon mit 1. Jänner 2018 die ATV-Chefredaktion.

Auf STANDARD-Anfrage zum Chefredakteurswechsel und seinem Timing hieß es bei ProSiebenSat1Puls4: "Geplant ist weiterhin, dass Georg Grabner mit dem zweiten Quartal 2018 den Posten des Chefredakteurs übernimmt. Werner Bartl ist als aktueller Chefredakteur auch weiterhin mit Umzug und Integration in der Senderfamilie beschäftigt und spielt Georg Grabner für das operative, redaktionelle Tagesgeschäft sowie die anstehenden Landtagswahlen Anfang des Jahres, die ATV auch covern wird, frei."

Part of the Deal

Das Branchenmagazin "Der österreichische Journalist" hat ProSiebenSat1-Chef Markus Breitenecker gerade zum "Medienmanager des Jahres" erklärt, unter anderem mit dieser Begründung: "Die Übernahme des maroden Konkurrenten ATV, die Breitenecker im Frühjahr 2017 über die Bühne brachte, sichert nicht nur viele journalistische Arbeitsplätze, sondern hat sogar in der vergangenen Wahlentscheidung mitgeholfen, das Medium Fernsehen wieder zum Leitmedium der politischen Auseinandersetzung zu machen."

Teil des Übernahmedeals mit dem bisherigen ATV-Chef Herbert Kloiber war nach STANDARD-Infos, dass noch unter dem alten Eigentümer fünf Redakteure, überwiegend in höheren Einkommensklassen, gekündigt werden, darunter Chefredakteur Alexander Millecker und Moderatoren. Die Kündigungen wurden schließlich nach Einschaltung von Anwälten zurückgenommen, viele gingen dennoch um die und nach der Übernahme, auch unter Druck auf Gehaltsverzicht. Millecker etwa arbeitet heute für Dietrich Mateschitz' Medienprojekt "Addendum".

Die Rettung der Arbeitsplätze bezieht sich wohl auf eine drohende Einstellung von ATV – für das es allerdings weitere Interessenten wie Mediaprint und Mediengruppe Österreich gab. (fid, 23.11.2017)

  • ATV, hier noch im zweiten Bezirk, siedelt zu Puls 4 in den Media Quarter Marx.
    foto: apa/herbert neubauer

    ATV, hier noch im zweiten Bezirk, siedelt zu Puls 4 in den Media Quarter Marx.

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