Lego als spielendes Mittel zur Geldvermehrung

    26. November 2017, 17:00
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    Lego als Investment – eher untypisch, aber effizient. Mit den Bausteinen lassen sich unerwartet hohe Gewinne erzielen. Doch der Trend leidet

    Wien – Sie sind klein, in allen Farben zu haben und ein fixer Bestandteil der meisten Kinderzimmer – Lego-Bausteine. Doch mit Lego lässt sich noch mehr machen, als es zusammenzubauen, aufzustellen oder um weitere Steine zu erweitern. Man kann es ungeöffnet in einem Kasten verstauen und darauf warten, dass der Wert steigt. Und das passiert tatsächlich. Rund um die Jahrtausendwende hat sich ein regelrechter Sammlerwahn um Lego-Spezialeditionen entwickelt. Besonders beliebt sind dabei Sets aus der "Star Wars"-Filmreihe, das Taj Mahal oder der VW Beetle.

    Der berühmte Todesstern II aus "Star Wars" kostete in der Erstauflage im Jahr 2005 rund 250 Euro. Heute rangiert das Exemplar auf Amazon bei 2.846 Euro, der Preis hat sich mehr als verelffacht. Vereinzelt sind Stücke auf der Lego-Handelsplattform Bricklink unter 2.000 Euro zu erstehen, der Großteil bewegt sich allerdings in einer ähnlichen Preisgegend wie auf Amazon.

    Öffnen verboten

    Eines ist für eine derartige Preissteigerung aber essenziell: Die Verpackung darf nicht geöffnet werden und muss original versiegelt sein. Eine begrenzte Auflage macht diese Sets so begehrt. Und was im freien Handel nicht mehr erhältlich ist, wird klarerweise teurer.

    Ähnlich beeindruckend ist die Preisentwicklung beim Millennium-Falken, ebenfalls aus der "Star Wars"-Reihe. Dieser kam 2007 in die Läden, der damalige Marktpreis belief sich auf rund 450 Euro. Das Mindestgebot für eine ungeöffnete Verpackung auf Amazon steht momentan bei 4.468 Euro. Wer dazu bereit ist, kann aber auch 5.999 Euro dafür auslegen.

    "Rückwirkend bedaure ich es, mir damals keinen zweiten Todesstern II gekauft zu haben", sagt Franz S., ein begeisterter Sammler aus Wien. Das begehrte Exemplar steht aufgebaut bei ihm zu Hause in einer Vitrine.

    Zwei Sets kaufen

    Bei Sammlern ist es Usus, zwei Sets zu kaufen. Eines davon klarerweise zum Selberaufbauen und das zweite als Wertanlage. Wer dieses Konzept vor rund 15 Jahren verstanden hatte, konnte wirklich gutes Geld verdienen, heißt es in Insiderkreisen. Noch vor zwei Jahren sprach der britische "Telegraph" von einem nicht enden wollenden Trend und durchschnittlichen Wertsteigerungen in Höhe von zwölf Prozent. Auf der Lego-Investment-Website brickpicker.com sind hingegen rückläufige Werte in der jüngster Vergangenheit Thema. Das ließe sich vorrangig auf zwei Gründe zurückführen.

    Die dänische Firma bringt nach und nach Neuauflagen der beliebten Editionen auf den Markt. So ist beispielsweise der Todesstern für 499,99 Euro, und der Millennium-Falke ist für 799,99 Euro wieder erhältlich. Für einen Sammler hätten diese Neuauflagen natürlich nie den gleichen Wert, dennoch verringere sich die Nachfrage.

    Man werde mit Lego praktisch immer einen Gewinn erzielen können, heißt es auch in diversen Lego-Geschäften. Man ist sich allerdings einig, dass solche Gewinnspannen wie mit dem Todesstern II künftig nicht mehr realisierbar seien. Dafür hätte Lego als Wertanlage bereits zu sehr an Popularität gewonnen. Wenn eine neue Serie auf den Markt kommt, sei es fast ungewöhnlicher, dass Kunden nur ein Exemplar kaufen.

    Spielzeug für Erwachsene

    Doch wer gibt mehrere Hundert oder gar tausende Euro für ein Lego-Set aus? "Kommt eine neue Serie heraus, befinden sich Kinder nur selten in einem Lego-Store. Man drängelt meist mit Gleichaltrigen", erzählt der 31-jährige Franz S. Lego-Mitarbeiter beobachten Ähnliches: Die durchschnittliche Käuferschicht für Special Editions ist mehr als 25 Jahre alt.

    Star Wars und Lego – eine Kombination mit einer spannenden Historie. Vor allem in Anbetracht dessen, dass sich laut "focus.de" ein Lego-Vorstandsmitglied in den 1990ern vollends dagegen gesträubt haben soll: "Nur über meine Leiche bringt Lego eine 'Star Wars'-Reihe auf den Markt." 1997 erschien dann doch die erste Serie. (Andreas Danzer, 26.11.2017)

    • Im Jahr 2005 kostete der Todesstern rund 250 Euro. Heute ist es mehr als das Zehnfache.
      foto: ap/courtesy bene raia

      Im Jahr 2005 kostete der Todesstern rund 250 Euro. Heute ist es mehr als das Zehnfache.

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