Drogenbericht: Junge greifen immer seltener zu Opiaten und Zigaretten

    22. November 2017, 13:12
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    Zahl der Opioid-Neueinsteiger unter 25 Jahren sinkt – Leichter Anstieg bei Zahl der Drogentoten

    Wien – Jugendliche und junge Erwachsene steigen immer seltener in den problematischen Drogenkonsum mit Opiaten ein. Die Zahl der Drogentoten ist vergangenes Jahr allerdings etwas gestiegen. Der Anteil der Raucher unter den Jugendlichen wiederum hat sich im vergangenen Jahrzehnt halbiert, geht aus dem neuen "Bericht zur Drogensituation 2017" hervor, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

    Weiterhin stabil ist die aus allen verfügbaren Datenquellen berechnete Zahl von Personen mit problematischem Opioidgebrauch, vor allem durch das Injizieren von Heroin. Sie liegt in Österreich zwischen 29.000 und 33.000. Ausgesprochen positiv ist die Situation bei den unter 25-Jährigen. "Zwischen 1999 und 2005 stieg die Anzahl der 15- bis 24-Jährigen mit risikoreichem Opioidkonsum ziemlich stark an. Von 2005 bis 2015 sind das aber wesentlich weniger Personen geworden", sagt Martin Busch, Drogenexperte der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG).

    Mehr Drogentote

    Im Jahr 2000 dürften 30 Prozent der Opiatabhängigen unter 25 Jahre alt gewesen sein. 2004 waren es um die 40 Prozent. 2015 nur noch zehn Prozent. Nach rund 4.500 Betroffenen in dieser Altersgruppe im Jahr 1999 waren es dann rund 10.000 in den Jahren 2004/2005, bis zum Jahr 2015 sank die Zahl auf etwa 3.000. Laut den GÖG-Experten zeigt sich dieser Trend sowohl in der Häufigkeitsschätzung als auch bei den Substitutionsbehandlungen, in Spitalsstatistiken, Informationen der Behandlungseinrichtungen, beim Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an der Zahl der Drogentoten und bei den Feststellungen eines behandlungsrelevanten Opiatkonsum laut Suchtmittelgesetz.

    Allerdings, es gab 2016 erneut etwas mehr Drogentote in Österreich. "Die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen. 2015 waren es 153, 2016 dann 165", sagt GÖG-Expertin Judith Anzenberger. Sieben Todesfälle waren auf Ecstasy-Gebrauch zurückzuführen. Wahrscheinlich sei der Trend eine Langzeitauswirkung des Anstiegs der Zahl von Personen mit problematischem Opioidkonsum Anfang der 2000er-Jahre, aber auch des Älterwerdens der Betroffenen durch bessere medizinische Versorgung. Mittlerweile befinden sich rund 60 Prozent der Opiatabhängigen in Substitutionstherapie (Ende 2016: 18.222 Patienten). Hier gibt es aber offenbar Probleme, diese Rate weiter zu erhöhen.

    Raucher weiter über Durchschnitt

    Positiv ist auch ein anderer Trend, wie Busch sagte. Es existieren nämlich keine Hinweise dafür, dass Drogenkonsumenten von Opiaten auf andere illegale Drogen oder neue psychoaktive Substanzen umsteigen. Weder synthetische Cathinone noch Methamphetamin, Pilze oder Räuchermischungen spielen eine wesentliche Rolle beim Drogengebrauch.

    Erfreulich ist auch die Entwicklung beim Tabakkonsum der 15-Jährigen. "Der Anteil der täglich Rauchenden hat sich bei den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern etwa halbiert", so Busch. Zwei Umfragen hätten von einem Rückgang von etwa 20 auf zehn bzw. von 30 auf 16 Prozent gesprochen. Die Unterschiede der internationalen Studien ergeben sich aus verschiedenen Verfahren. Trotzdem liegen die österreichischen Jugendlichen beim Rauchen weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Das gilt auch für die Gesamtbevölkerung mit einem Raucheranteil von 24 Prozent. In den 28 EU-Ländern sind es 19 Prozent, in Schweden nur noch zehn. (APA, 22.11.2017)

    • 2016 starben 165 Menschen wegen Drogenkonsums.
      grafik: apa

      2016 starben 165 Menschen wegen Drogenkonsums.

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