Fall Lucile: Geständnis im Prozess um Mord an Joggerin bei Freiburg

    22. November 2017, 10:48
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    Angeklagter auch im Fall toter Studentin Lucile K. in Kufstein in Tirol beschuldigt

    Freiburg/Kufstein – Im Prozess um den Mord an einer 27-jährigen Joggerin in Endingen in Deutschland hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 40-jährige Catalin C. räumte am Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg ein, Carolin D. aus Endigen am Kaiserstuhl im vergangenen November getötet zu haben. Der Mann soll auch für den Tod einer französischen Studentin in Tirol verantwortlich sein.

    Beim Prozess räumte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag in einer schriftlichen Erklärung ein, dass es ihm leidtue. Er habe "mit einer Schnapsflasche zugeschlagen", erklärte der Anwalt im Namen seines Mandanten. Er wisse, es sei "unverzeihbar, was ich getan habe". Der Angeklagte war nach eigenen Angaben "depressiv" und habe getrunken, sexuelle Motive verneinte er. Er sei "fassungslos" über die Tat und habe keine Erklärung dafür.

    Große Suchaktion nach Tat

    Der rumänische Lastwagenfahrer soll die 27-Jährige in einem kleinen Waldgebiet bei Endingen am Kaiserstuhl überfallen haben. Mit einer Eisenstange soll er nach einer Vergewaltigung auf ihren Kopf eingeschlagen haben, bis sie starb. Die Polizei entdeckte die Leiche erst bei einer großen Suchaktion Tage danach. Zeitweise 40 Ermittler einer Sonderkommission waren mehr als 4.000 Spuren gefolgt. Erst nach monatelanger Fahndung konnte die Polizei C. Anfang Juni nahe Freiburg festnehmen.

    Der 40-Jährige könnte den Ermittlungen zufolge nicht nur für die Tat in Endingen verantwortlich sein. Laut Polizei steht er im Verdacht, vor vier Jahren eine französische Austauschstudentin in Kufstein vergewaltigt und erschlagen zu haben. Seine DNA fand sich an beiden Tatorten.

    Auslieferung nach Österreich

    Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass nach Ende des Prozesses in Deutschland Mordanklage erhoben wird. Man warte noch die Übermittlung der Prozessprotokolle aus Freiburg ab, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr. Nach Prozessende werde der Verdächtige nach Österreich ausgeliefert. Mayr bezeichnete das Geständnis des Beschuldigten für den Tiroler Fall als "besonders interessant".

    Die Leiche von Lucile K. war am 12. Jänner 2014 am Ufer des Inns entdeckt worden. Freunde und Studienkollegen hatten die junge Frau als vermisst gemeldet. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden schließlich die Tatwaffe im Inn. (APA, 22.11.2017)

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