"Frittenpolizei": EU will Giftstoffe aus Pommes verbannen

22. November 2017, 10:36
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Gehalt an umstrittenem Acrylamid in gerösteten, gebackenen und frittierten Produkten soll reduziert werden

Berlin – Die EU-Kommission macht Ernst mit neuen Vorgaben für die Herstellung von Pommes frites, Chips, Keksen und ähnlichen Nahrungsmitteln. Eine Kommissionssprecherin bestätigte einen Bericht der Funke-Mediengruppe.

Demnach gelten von Frühjahr 2018 an vor allem für Lebensmittelhersteller Auflagen, die den Gehalt an dem umstrittenen Acrylamid in gerösteten, gebackenen und frittierten Produkten reduzieren sollen. Aber auch für Backstuben oder Imbissbuden sind neue Vorgaben vorgesehen. Die entsprechende, europaweit geltende Verordnung habe die EU-Kommission am Montag endgültig angenommen, nachdem eine Einspruchsfrist abgelaufen war.

Bürokratiealarm

Erste Vorschläge zu dem Thema hatten im Frühjahr für heftige Reaktionen gesorgt. Gastronomie und Politiker echauffierten sich gleichermaßen. Landwirtschaftsminister André Rupprechter (ÖVP) gab Bürokratiealarm und meinte, was man garantiert nicht brauche, sei eine "Frittenpolizei".

Acrylamid entsteht beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren vor allem bei besonders stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Mehl sowie Kaffee. In Tierversuchen wurde ein erhöhtes Krebsrisiko durch den Stoff nachgewiesen. Ziel der neuen EU-Regeln ist es, beim Garen möglichst wenig Acrylamid entstehen zu lassen. (APA, 22.11.2017)

  • Das umstrittene Acrylamid soll in frittierten Produkten wie zum Beispiel Pommes reduziert werden.
    foto: apa/dpa/gero breloer

    Das umstrittene Acrylamid soll in frittierten Produkten wie zum Beispiel Pommes reduziert werden.

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