Kombinierer Mario Seidl soll es richten

    21. November 2017, 15:19
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    Salzburger führt ÖSV-Team beim Weltcupauftakt in Finnland an – Bernhard Gruber fällt nach Blinddarm-OP länger aus

    Wien/Ruka – Die ÖSV-Kombinierer starten angeführt von Mario Seidl ambitioniert in die am Wochenende in Ruka beginnende Weltcupsaison mit Olympia als Höhepunkt. Cheftrainer Christoph Eugen muss allerdings bis Jänner auf Routinier Bernhard Gruber verzichten. Der Ex-Weltmeister fällt nach einer Blinddarm-Operation am Montag zumindest für die ersten drei Stationen aus.

    "Natürlich ist das ein Rückschlag", bedauerte Eugen den Ausfall seines in der Vorsaison drittbesten Mannes nach Seidl und Wilhelm Denifl. Der ÖSV-Coach zeigt sich aber trotzdem zuversichtlich. "Ich bin optimistisch. Wir haben ein bunt gemischtes Team mit arrivierten Athleten und Jungen. Ich bin schon gespannt, wo wir stehen."

    Hoffnungen ruhen auf Seidl

    Besonders viel erwarten darf er sich wohl von Mario Seidl. Der 25-jährige Salzburger hat im Sommer-Grand-Prix restlos überzeugt und auch zuletzt im Training in Finnland keine Schwächen gezeigt. "Er macht einen guten Eindruck. Er hat es gut geschafft, die Form auf Schnee zu bringen. Es schaut schon ganz gut aus", sagte Eugen im Gespräch mit der Austria Presse Agentur.

    Auch Seidl selbst ist zuversichtlich. "Ich habe in der Vorbereitung gut gearbeitet und bin bereit. Natürlich ist mein Ziel, wieder konstant vorne mitzumischen", betonte der Gesamt-Weltcupsechste, der noch auf seinen ersten Sieg wartet.

    Deutsche Dominanz

    Den Platz zuoberst am Podest hatten sich im vergangenen Winter fast ausnahmslos die Deutschen gesichert. Der neuerliche Gesamtsieger Eric Frenzel (10 Saisonerfolge), Johannes Rydzek (8), Fabian Rießle (2) und Björn Kircheisen (1) beherrschten nicht nur das Weltcup-Geschehen klar, sondern räumten auch bei der WM alle Titel ab. Diese Dominanz wollen Seidl und Co. möglichst oft brechen. "Das ist für alle Nationen das Ziel", bekräftigte auch Eugen.

    Medaille als Ziel

    Wie bei den jüngsten Großereignissen soll auch bei Olympia im Februar in Südkorea wieder mindestens einmal Edelmetall herausschauen. "Wir wollen natürlich die Medaillenserie fortsetzen. Das Minimalziel ist eine Medaille", stellte Eugen klar. 2014 in Sotschi hatte es Olympia-Teambronze, bei den Weltmeisterschaften 2015 Einzel-Gold durch Gruber und 2017 wieder Mannschafts-Bronze gegeben.

    Mission Seefeld 2019

    Eugen hat aber freilich nicht nur die Winterspiele im Fokus. "Wir wollen schon auch schauen, dass wir davor mit Topergebnissen Selbstvertrauen gewinnen." Außerdem soll der in seiner mittlerweile fünfjährigen Amtszeit eingeleitete Umbruch spätestens bei der Heim-WM 2019 Früchte tragen. "Orter, Pommer und auch Franz-Josef Rehrl kennen den Zirkus schon sehr gut und waren auch schon bei Großereignissen – das große Fernziel ist natürlich Seefeld 2019." Schon heuer erwartet er sich von den Jüngeren eine Steigerung. "Auf alle Fälle erwarte ich mir von ihnen einen Schritt nach vorne, das wollen sie auch."

    Denifl freut sich auf Lieblingsschanze

    Aber auch der 37-jährige Denifl hat noch viel vor. "Ruka ist meine absolute Lieblingsschanze, ich mag es, wenn es windig und schwer zu springen ist. Ebenso ist die Loipe schwer und selektiv. Ich habe aber genau darauf den ganzen Sommer trainiert und freue mich besonders, endlich im Rennen wieder ans Limit zu gehen", sagte der im Vorjahr in Finnland zweitplatzierte Tiroler.

    Rückkehr eines Großen

    Als weitere Herausforderer der Deutschen neben den Österreichern gelten der Japaner Akito Watabe und die Norweger mit Magnus Moan und Jarl Magnus Riiber. Viel Aufmerksamkeit gilt der Rückkehr von Olympiasieger, Fünffach-Weltmeister und Dreifach-Weltcupgesamtsieger Jason Lamy Chappuis (FRA), der es nach zwei Jahren Pause noch einmal wissen will.

    Weltcup in neuem Gewand

    Die Weltcupsaison ist mit 28 Bewerben in 13 Orten – erstmals auch im estnischen Otepää – so dicht wie noch nie und endet am 25. März erneut in Schonach. Für das rot-weiß-rote Team stehen wieder die beiden den Heimweltcups in Ramsau Mitte Dezember und in Seefeld im Jänner besonders im Fokus. Neu im Weltcup sind nicht nur die Mini-Tour mit drei Bewerben zu Beginn in Ruka, sondern auch eigene Führungstrikots für die besten Skispringer (blau) und Langläufer (rot). (APA, 21.11.2017)

    ÖSV-Weltcupaufgebot für Ruka (FIN)

    Mario Seidl, David Pommer, Lukas Greiderer, Willi Denifl, Franz-Josef Rehrl, Mika Vermeulen, Martin Fritz, Philipp Orter

    • Mario Seidl ist vor dem Weltcupstart in guter Form.
      foto: apa/roland schlager

      Mario Seidl ist vor dem Weltcupstart in guter Form.

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