Trend seit 1950: Der Schnee in Österreich wird weniger

    20. November 2017, 12:05
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    Signifikanter Rückgang an zwölf von 15 Messstellen, nur im Nordosten gab es eine kurzfristige Zunahme

    Wien – Seit 1950 haben die Schneehöhe und die Dauer der Schneebedeckung in den meisten Regionen Österreichs abgenommen. Der langfristige Trend wird aber von starken Schwankungen und kurzen Trends überlagert, die von Winter zu Winter und teilweise sogar bis zu 20 Jahre dauern können, hat eine Untersuchung der ZAMG und der Uni Graz ergeben.

    "Allgemeine Vorhersagen für den Wintersport der nächsten Jahre sind daher kaum machbar. Hier sind Detailanalysen je nach Lage und Seehöhe eines Skigebiets notwendig", erklärte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik am Montag. Langfristig sei aber zu erwarten, dass in einem immer wärmeren Klima die Zahl der Tage mit Schneedecke und Schneehöhe weiter abnehmen.

    Zeitraum von 1950 bis 2017

    Für die "Snowpat"-Studie haben die Experten für den Zeitraum von 1950 bis 2017 Messreihen von 15 Standorten ausgewertet. An zwölf davon zeigte sich eine signifikante Abnahme der mittleren und maximalen Schneehöhe und der Schneedeckendauer.

    Das gilt laut ZAMG für alle Höhenlage und Regionen mit Ausnahme des Nordostens, da dort der Niederschlag aufgrund vermehrter Nord- und Nordwestlagen von 1995 bis 2005 zugenommen habe. Der langfristig abnehmende Trend sei größtenteils durch eine sprunghafte Abnahme der Schneedecke Ende der 1980er-Jahre ausgelöst worden, parallel zu einer Erwärmung der Wintertemperaturen.

    Komplexe Entwicklungen

    Wie komplex die Entwicklung sein kann, erläuterte ZAMG-Klimaforscher Marc Olefs anhand der Zahlen der Messstationen am Arlberg: "Für Lech am Arlberg findet sich kein signifikant abnehmender Trend über den Gesamtzeitraum 1950 bis 2017.

    An der Messstation St. Anton am Arlberg ist ein langfristig abnehmender Trend nur bei der maximalen Schneehöhe und der Schneedeckendauer zu sehen, nicht aber bei der mittleren Schneehöhe. Andere Stationen am Arlberg, wie Langen und Zürs, zeigen hingegen auch für die mittlere Gesamtschneehöhe eine signifikante langfristige Abnahme."

    Öfter Regen statt Schnee

    Vorhersagen sind für Höhenlagen unter etwa 1.000 bis 1.500 Meter sinnvoll, in denen ein starker Zusammenhang mit der Temperatur besteht, erklärten die Forscher. Dort sollte die Schneedecke weiter abnehmen, weil es immer öfter regnen statt schneien wird.

    Im Hochgebirge, wo es meistens kalt genug für Schneefall ist, hängt die Schneelage mehr vom Niederschlag ab und damit von den Wetterlagen. "Zukunftsszenarien von Klimamodellen zeigen mehr Niederschlag im Winter, was im Hochgebirge sogar zu mehr Schnee führen könnte. Diese Niederschlagsszenarien sind aber mit sehr großen Unsicherheiten behaftet", erklärte Olefs.

    Anstieg von 0,25 Grad pro Jahrzehnt

    Die Wintertemperatur in Österreich hat in den vergangenen Jahren das höchste Niveau der 250-jährigen Messgeschichte erreicht. Seit den 1930er-Jahren stieg sie um etwa 0,25 Grad pro Jahrzehnt.

    In den Niederungen kamen die vier wärmsten Winter der Messgeschichte in den vergangenen 20 Jahren vor, auf den Bergen waren es in den letzten 30 Jahren die sieben wärmsten Winter. Seit 1964 kam im Tiefland kein einziger Winter unter die 50 kältesten, auf den Bergen lediglich der Winter 2011/2012. (APA, 20.11.2017)

    • Zwar gibt es Schwankungen, aber seit 1950 haben Schneehöhen und Schneebedeckung in den meisten Regionen Österreichs abgenommen.
      foto: apa/barbara gindl

      Zwar gibt es Schwankungen, aber seit 1950 haben Schneehöhen und Schneebedeckung in den meisten Regionen Österreichs abgenommen.

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