Weltkriegsbeute: Uni Graz gibt antike Objekte an Griechenland zurück

    20. November 2017, 11:38
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    26 Gegenstände reichen von der minoischen bis zur hellenistischen Zeit

    Graz/Wien/Athen – Die Universität Graz hat am Montag 26 antike Fundstücke an Griechenland zurückgegeben. Es handelt sich unter anderem um Keramiken der minoischen Zeit sowie kleinere Idole und Keramiken aus der klassischen und hellenistischen Zeit, die im Zweiten Weltkrieg nach Graz kamen, wie das Athener Kulturministerium bekannt gab. Die Übergabe war für Montagnachmittag in der griechischen Botschaft in Wien geplant.

    "Wüste Plünderungsaktionen"

    Laut Peter Scherrer, Leiter des Institutes für Archäologie und Vizerektor für Forschung an der Universität Graz, sind die antiken Objekte im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht während der Besatzung Griechenlands entwendet worden. Verantwortlich dafür war der aus Kärnten stammende Generalmajor Julius Ringel. Der Kommandant der 5. Gebirgsdivision und nach der Eroberung Kretas durch die Deutsche Wehrmacht im Jahr 1941 in Knossos ansässiger Befehlshaber hat das Raubgut zum Aufbau einer "Kreta-Sammlung" an die Grazer Universität schicken lassen.

    "Es wurden wüste Plünderungsaktionen ohne legale Grundlage unternommen", schilderte Scherrer den heutigen Forschungsstand zu den damaligen Ereignissen in Kreta. Die Objekte stammen laut Scherrer zum Teil aus der "Villa Ariadne", dem ursprünglich englischen Grabungshaus in Knossos und seien als "feindliches Eigentum beschlagnahmt" worden.

    Ausstellung auf Kreta

    "Als ich im Jahr 2008 als Professor und Institutsvorstand nach Graz gekommen bin, wollte ich wissen, welche Bestände, die mit dem Dritten Reich verbunden werden können, vorhanden sind, um eventuelle Restitutionen einleiten zu können", sagte Scherrer. Zur historischen Aufarbeitung der Sammlung am Institut sowie der Universitätsbibliothek seien zwei Historiker vier Jahre lang angestellt worden.

    "Wir sind froh, dass wir die Stücke jetzt zurückgeben können", sagt Scherrer. Eine Abordnung der Universität Graz soll in der Griechischen Botschaft in Wien die Fundstücke, die in einen Schuhkarton passen, der griechischen Botschafterin und der Generalsekretärin des griechischen Kulturministeriums übergeben. Die Artefakte sollen laut dem Athener Kulturministerium bald im archäologischen Museum von Heraklion auf Kreta ausgestellt werden. (APA, 20. 11. 2017)

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