UN-Kommissar "entsetzt" über Abtreibungsverbot in El Salvador

    20. November 2017, 10:24
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    Langjährige Haftstrafen sogar für Fehlgeburten und andere Notfälle während der Schwangerschaft

    San Salvador – Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat das umfassende Abtreibungsverbot in El Salvador scharf verurteilt. "Ich bin entsetzt, dass wegen des absoluten Abtreibungsverbots Frauen für mutmaßliche Fehlgeburten oder andere Notfälle während der Schwangerschaft bestraft werden", sagte Said Raad Said al-Hussein am Freitag nach einem Besuch in dem mittelamerikanischen Land.

    30 Jahre Haft

    In El Salvador sind Abtreibungen auch nach Vergewaltigungen oder bei gesundheitlichen Risiken für die Mutter untersagt. Schwangerschaftsabbrüche werden mit langen Freiheitsstrafen geahndet. Er habe in einem Gefängnis mit Frauen gesprochen, die nach Fehlgeburten oder Abtreibungen wegen schweren Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt wurden. "Ich war selten so bewegt, wie von ihren Geschichten", sagte der UN-Menschenrechtskommissar.

    Menschrechtsabkommen folgen

    Al-Hussein rief die salvadorianische Regierung auf, den entsprechenden Strafrechtsartikel bis auf weiteres nicht anzuwenden und alle Prozesse wegen Abtreibung neu aufzurollen. El Salvador solle das totale Abtreibungsverbot aufheben und seinen Verpflichtungen aus internationalen Menschenrechtsabkommen nachkommen, forderte der Hochkommissar. (APA, 20.11.2017)

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