Salzburg überflügelt Sturm mit 5:0-Gala

19. November 2017, 18:39
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Früher Schulz-Ausschluss bei klarem Sieg des neuen Tabellenführers – Dabbur nach Doppelpack Führender der Schützenliste

Salzburg – Mit einem 5:0-(3:0)-Kantersieg im Schlager der 15. Runde hat Red Bull Salzburg am Sonntag Sturm von der Tabellenspitze gestoßen und steht erstmals in dieser Bundesliga-Saison ganz oben, zwei Punkte vor den Grazern. Entschieden war die Partie bereits nach einer turbulenten ersten Hälfte mit drei Toren, einem Elfer und dem Ausschluss von Sturm-Verteidiger Christian Schulz.

Schulz musste wegen Torraubs in der 36. Minute vom Platz, Valon Berisha stellte kurz darauf per Elfer auf 2:0 (36.). Davor hatte Fredrik Gulbrandsen (8.) für die überlegenen Hausherren getroffen, ein Eigentor von Dario Maresic (45.+2) bedeutete die Vorentscheidung. Im Finish war Munas Dabbur, mit elf Treffern vor Christoph Knasmüllner (10) und Deni Alar (9) Führender der Torschützenliste, noch mit einem Doppelpack zur Stelle (84., 90.).

Salzburg revanchierte sich damit für das 0:1 im ersten Saisonduell, das die bisher einzige Pflichtspielniederlage 2017/18 ist, und lieferte eine gelungene Generalprobe für das Europa-League-Heimspiel gegen Vitoria Guimaraes am Donnerstag ab.

Salzburg stärker

Die Charakteristik der Partie zeichnete sich schnell ab: Beide Teams agierten äußerst aktiv und lauffreudig, wobei die Gastgeber im Pressing deutlich aggressiver zu Werke gingen und auch die besseren Angriffe vortrugen.

Sturm kam vor der Pause zu keiner einzigen nennenswerten Chance, Salzburg wurde mehrmals gefährlich. Zudem musste der scheidende Sturm-Coach Franco Foda schon in der 17. Minute Sandi Lovric für den angeschlagenen Philipp Huspek bringen.

Fragwürdiges 1:0

Das 1:0 durch Gulbrandsen entsprang einer Freistoßflanke, die der Norweger per Kopf aus kurzer Distanz verwertete. Proteste der Grazer wegen eines leichten Schubsers an Schulz blieben ungehört. Nach gut einer halben Stunde schien Salzburg bei einer Dreifachchance innerhalb einer Minute schon am 2:0 dran (33., 34.), erst eine etwas unglückliche Aktion von Schulz leitete dieses aber ein. Der Deutsche brachte Gulbrandsen von hinten ohne Chance auf den Ball im Strafraum zu Fall, Berisha verwertete den Elfer souverän.

Sturm verlor Schulz mit Rot, kurz vor der Pause kam es aber noch dicker. In der zweiten Minute der Nachspielzeit lenkte Maresic den Ball nach Stanglpass von Hannes Wolf noch vor Dabbur ins eigene Tor. Damit war die Partie gelaufen, Sturm konnte in Unterzahl Salzburg nicht mehr in Gefahr zu bringen – bis zum Schluss verzeichneten die Gäste keinen einzigen Torschuss.

Salzburg hingegen schonte sich, legte im Finish aber doch nach. Erst ging ein schöner Minamino-Fersler ans Außennetz (80.), schließlich war Goalgetter Dabbur zweimal erfolgreich. (APA, 19.11.2017)

Bundesliga, 15. Runde, Sonntag

Red Bull Salzburg – Sturm Graz 5:0 (3:0)
Red-Bull-Arena, 10.250 Zuschauer, SR Grobelnik

Torfolge:
1:0 (8.) Gulbrandsen
2:0 (36.) Va. Berisha
3:0 (45.+2) Maresic (Eigentor)
4:0 (84.) Dabbur
5:0 (90.) Dabbur

Salzburg: Walke – Lainer, Pongracic, Caleta-Car, Ulmer – X. Schlager – Yabo (77. Haidara), Wolf (63. Minamino), Va. Berisha – Gulbrandsen (61. Hwang), Dabbur

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Schulz – Hierländer (75. Filip), Potzmann, Zulj, Lykogiannis – Huspek (17. Lovric), Alar (77. Zulechner), Röcher

Rote Karte: Schulz (36./Torraub)

Gelbe Karten: Yabo, Gulbrandsen, Wolf bzw. Siebenhandl, Potzmann, Röcher

Stimmen

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Es war am Anfang ein richtiges Spitzenspiel, beide Mannschaften haben auf Augenhöhe agiert. Wir sind aber verdient in Führung gegangen. Nach dem Elfer ist das Spiel so richtig ins Laufen gekommen. Ohne Rot wäre es vielleicht eine offene Partie geblieben, weil Sturm ganz einfach eine sehr starke Mannschaft ist. Das haben sie in den ersten 20 Minuten unter Beweis gestellt. Es war ein klassisches Spitzenspiel, bei dem Emotionen dazugehören."

Xaver Schlager (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Mit diesem klaren Sieg haben wir nicht gerechnet. Wichtig sind aber die drei Punkte und nicht die Höhe des Sieges. Nach dem 1:0 bzw. 2:0 war es um einiges lockerer zu spielen. Wenn wir einmal in Führung gehen, ist es gegen uns ganz schwer. Die ersten 20 Minuten hat Sturm die Klasse gezeigt, hatte viel Ballbesitz. Ohne die Rote Karte hätten wir sicher mehr Probleme bekommen."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Bis zur Roten Karte war es ein offenes Spiel mit viel Tempo, ein richtiges Spitzenspiel. Wir waren gut im Spiel, bis zur Roten Karte hatten beide Mannschaften keine großen Tormöglichkeiten. Beim 1:0 hat sich Gulbrandsen einen Vorteil verschafft, das hätte man pfeifen müssen. Die Rote war absolut in Ordnung. Nach dem 2:0 war die Sache erledigt. In der zweiten Hälfte haben wir nur noch versucht, mit einer guten taktischen Ordnung keine Gegentore mehr zu bekommen. Dieses Spiel heißt es schnell abzuhaken."

Jörg Siebenhandl (Sturm-Tormann): "Das Spiel hat unglücklich begonnen und dann seinen Lauf genommen. Nach der roten Karte war es schwierig, wir mussten komplett umstellen, haben aber alles probiert." Zum Verlust der Tabellenführung: "Wir werden uns trotzdem keinen Stress machen, denn dafür haben wir auch keinen Grund."

  • Das 1:0 durch Gulbrandsen.
    foto: apa/krugfoto

    Das 1:0 durch Gulbrandsen.

  • Das 3:0 durch Dabbur.
    foto: apa/krugfoto

    Das 3:0 durch Dabbur.

  • Die Bullen hatte ihre Hetz mit chancenlosen Blackies.
    foto: apa/krugfoto

    Die Bullen hatte ihre Hetz mit chancenlosen Blackies.

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