Red-Bull-Chef Mateschitz soll Nachfolgeproblem haben

19. November 2017, 15:24
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Laut "Manager-Magazin" darf nicht Geschäftsführer Mateschitz, sondern der thailändische Mehrheitseigner über dessen Nachfolge entscheiden

Der thailändische Yoovidhya-Clan, Mehrheitseigner des Energydrink-Herstellers Red Bull, könne über die Nachfolge von Geschäftsführer Dietrich Mateschitz entscheiden, berichtet die Wirtschaftszeitschrift "Manager-Magazin" in ihrer aktuellen Ausgabe. Das sehe der Gesellschaftervertrag der Red Bull GmbH vor. Mateschitz’ Vorhaben, seinen 25-jährigen Sohn Mark Gerhardter als Nachfolger aufzubauen, dürfte damit so schnell nicht umsetzbar sein.

Konkurrenz durch eigenen Gesellschafter

Gerhardter beendet gerade sein Wirtschaftsstudium. Sogar einer Weitergabe der Anteile von Mateschitz in Höhe von 49 Prozent müssten die Thailänder laut Gesellschaftervertrag zustimmen. Die weitreichende Machtfülle, die Mateschitz derzeit genießt, soll mit seiner Geschäftsführertätigkeit enden: Die Vereinbarung sehe vor, dass alle Anweisungen, die dem von Mateschitz erstellten Geschäftsplan zuwiderlaufen, einer Zweidrittelmehrheit bedürfen. Mateschitz’ Nachfolger hätte nur noch bei grundlegenden Entscheidungen wie Fusionen, Kapitalveränderungen oder der Liquidation eine Sperrminorität.

Saravoot Yoovidhya, CEO des thailändischen Getränke- und Snackherstellers T. C. Pharma, der das Red-Bull-Original Krating Daeng (Roter Stier) vertreibt, pocht laut dem Bericht zunehmend auf eigene Stärke – Red Bull erwachse deshalb Konkurrenz vom eigenen Gesellschafter. Yoovidhya habe vor, den Umsatz von T. C. Pharma binnen fünf Jahren auf drei Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) zu verdreifachen. "Als Eigner der ersten echten thailändischen Weltmarke Red Bull tragen wir die thailändische Flagge auf die Weltbühne", wird der T.-C.-Chef zitiert.

T. C. Pharma wolle dazu ein international erfahrenes Managementteam aufbauen. Red Bull ließ auf Anfrage des Magazins wissen: "Das langfristige Verhältnis mit unseren thailändischen Partnern ist weiterhin ungetrübt." (red, APA, 19.11.2017)

  • Dietrich Mateschitz könnte Probleme bekommen bei dem Vorhaben, seinen Sohn Mark Gerhardter als Nachfolger aufzubauen.
    foto: apa/herbert neubauer

    Dietrich Mateschitz könnte Probleme bekommen bei dem Vorhaben, seinen Sohn Mark Gerhardter als Nachfolger aufzubauen.

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