Veranstalter will "keine Diskussion" nach Todesfall bei Macao-GP

    19. November 2017, 13:28
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    Manche Fahrer führen die Sicherheitsdebatte nach Daniel Hegartys Unfalltod dennoch

    Macao – Der Unfalltod von Motorrad-Pilot Daniel Hegarty hat die Sicherheitsdebatte um den hochriskanten Grand Prix von Macao neu entfacht. Der Brite starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem er am Samstag in der sechsten Runde des Rennens bei einem Sturz in die Begrenzung seinen Helm verloren hatte und schwer verletzt worden war.

    Die Veranstalter jedoch wollten von Kritik nach dem dritten Todesfall seit 2005 auf dem irren Stadtkurs durch das Spielerparadies nahe Hongkong nichts wissen. "Es gibt keine Diskussion über die Strecke, sie existiert schon seit mehr als 60 Jahren", sagte der Koordinator des Grand-Prix-Komitees, Joao Manuel Costa Antunes.

    Schock

    Der Schock über Hegartys Tod hatte sich da längst über das Fahrerlager gelegt. "Mit gebrochenem Herzen teile ich Euch mit, dass die Liebe meines Lebens heute Morgen gestorben ist", schrieb Hegartys Ehefrau Lucy Draycott auf Facebook. Unter Tränen sagte der Schweizer Edoardo Mortara nach seinem Sieg im GT World Cup: "Ich befinde mich im selben Lebensabschnitt wie Hegarty, bin verheiratet und Vater einer Tochter."

    Der Deutsche Maro Engel, Dritter beim GT World Cup, meinte: "So etwas will keiner sehen, das kann man nicht einfach verdrängen. Der Unfall überschattet alles. Ganz ehrlich, ich sehe den Macao Grand Prix sehr kritisch."

    Wegen der Gefahren der engen Strecke ist das Rennen in der chinesischen Sonderverwaltungszone bei den Fahrern beliebt und gefürchtet zugleich. Teils ist der Kurs nur sieben Meter breit, hat keine Auslaufzonen. Schon für die Auto-Klassen ist das ein enormes Risiko. Für die Motorradfahrer, die mit bis zu 280 Stundenkilometern über die Geraden rasen, grenzt ein Start an Tollkühnheit. Der Weltverband FIA hat der Strecke aber die nötige Zulassung erteilt, um den jährlichen Grand Prix ausrichten zu können.

    Unverständnis

    Zu den Ursachen von Hegartys Unfall und seinen Verletzungen gab es zunächst keine Angaben. Unverständnis lösten die Veranstalter aus, als sie trotz des Unfalls die sichtlich betroffenen Fahrer zur Siegerehrung baten.

    Hegarty hatte als 17-Jähriger eine Profi-Karriere im Motorradsport begonnen. Zuletzt nahm der 31-Jährige an den besonders riskanten Straßenrennen teil, zu denen auch der Klassiker in Macao gehört. Trotz mehrerer Stürze und Verletzungen war er immer wieder in den Sport zurückgekehrt.

    Gefahr

    Vor fünf Jahren war an gleicher Stelle der portugiesische Superbike-Fahrer Luis Carreira tödlich verunglückt. Im November 2005 starb der frühere Langstrecken-Weltmeister Bruno Bonhuil in Macao nach einem Sturz mit seiner Suzuki.

    Hegartys Landsmann Michael Rutter, mit acht Erfolgen in Macao Motorrad-Rekordsieger, will jedoch nicht von dem fragwürdigen Abenteuer lassen. "Straßenkurse wie Macau sind für mich das Nonplusultra. Man muss alles unter Kontrolle haben, und deshalb riskiere ich hier maximal 94 Prozent", sagte Rutter. (APA, 19.11.2017)

    • Das Rennen von Macao ist umstritten.
      foto: apa/afp/scmp/nora tam

      Das Rennen von Macao ist umstritten.

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