Ex-Bürgermeister von Caracas flieht aus Hausarrest nach Madrid

18. November 2017, 09:45
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Antonio Ledezma war seit 2015 in Haft. Jetzt will er vom Ausland aus für einen Politikwechsel in seinem Heimatland kämpfen

Caracas – Der frühere Bürgermeister von Caracas und prominente Oppositionelle Antonio Ledezma ist aus dem Hausarrest geflohen und hat sich erst ins Nachbarland Kolumbien abgesetzt, um dann nach Madrid zu fliegen. Der 62-jährige frühere Bürgermeister der Hauptstadt Caracas, der zunächst nach Kolumbien geflüchtet war, landete am Samstag früh aus Bogota kommend in der Hauptstadt Spaniens.

Seit 2015 im Militärgefängnis

"Heute, wo ich in Spanien angekommen bin, fühle ich mich frei", sagte Ledezma, der eine Flagge seines Heimatlandes über seine Schulter gelegt hatte. Ledezma war im Februar 2015 seines Amtes enthoben und ins Militärgefängnis Ramo Verde gebracht worden. Die Sicherheitskräfte warfen ihm vor, ein Komplott gegen die Regierung des linken Präsidenten Nicolas Maduro zu schmieden. Nach einer Operation wurde er in den Hausarrest verlegt, um sich besser von dem Eingriff erholen zu können.

Auf dem Flughafen in Madrid erwarteten Ledezma seine Frau und seine Töchter sowie der frühere kolumbianische Präsident Andres Pastrana. Dieser hatte dem Oppositionellen offenbar geholfen, aus Venezuela zu fliehen, indem er dafür gesorgt hatte, dass er zunächst in Kolumbien aufgenommen wurde.

"Venezuela steht mitten im Abgrund"

Aus dem Exil heraus wolle er nun auf die Missstände in Venezuela aufmerksam machen und versuchen, seine Heimat "von diesem Regime, dieser Diktatur" zu befreien. "Venezuela steht nicht am Rande des Abgrunds, es ist schon mitten im Abgrund und erlebt einen Zusammenbruch. " Darüber wolle er mit Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sprechen, kündigte Ledezma an. Bereits im Laufe des Tages wolle er mit dem spanischen Regierungschef zusammentreffen.

Seine Flucht sei filmreif gewesen, erzählte der Ex-Bürgermeister in Kolumbien. Er habe mehr als 30 Kontrollposten der venezolanischen Polizei passieren müssen. Er überquerte am Freitag eine Fußgängerbrücke zwischen dem venezolanischen Bundesstaat Táchira und dem kolumbianischen Department Norte de Santander. Die Einwanderungsbehörde des südamerikanischen Landes bestätigte Ledezmas Einreise.

Maduro: "Er soll nicht zurückkommen"

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro räumte ein, dass ihm einer seiner prominentesten Gefangenen entwischt ist. "Ich beglückwünsche Antonio Ledezma. Er soll nicht zurückkommen, er soll dortbleiben. Die Leute in Madrid sollten sich in Acht nehmen. Der Vampir kommt nach Madrid", sagte der Staatschef.

Ledezma war im Februar 2015 abgesetzt und ins Militärgefängnis Ramo Verde gebracht worden. Die Sicherheitskräfte warfen ihm vor, ein Komplott gegen die Regierung des linken Präsidenten Maduro zu schmieden. Nach einer Operation wurde er in den Hausarrest verlegt, um sich besser von dem Eingriff erholen zu können.

Neben dem Oppositionsführer Leopoldo López war Ledezma einer der prominentesten inhaftierten Regierungsgegner des südamerikanischen Landes. Zuletzt hatten mehrere Oppositionelle das Land verlassen, darunter die frühere Generalstaatsanwältin Luisa Ortega und die ehemaligen Bürgermeister Ramón Muchacho und David Smolansky. (APA, 18.11.2017)

  • Antonio Ledezma begrüßt seine Familie am Madrider Flughafen.

    Antonio Ledezma begrüßt seine Familie am Madrider Flughafen.

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