Austria mit neuem Elan aber auch Sorgen gegen Admira

17. November 2017, 15:32
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Innenverteidiger Westermann kann heuer nicht mehr spielen – Wiener wie Südstädter bereits vier Runden sieglos – Interesse der Violetten an Maximilian Sax

Wien – Mit neuem Elan, aber den alten Verletzungssorgen startet die Austria nach zweiwöchiger Länderspielpause wieder in die Liga. Mit Heiko Westermann vermeldete Trainer Thorsten Fink am Freitag den nächsten Ausfall. Der Innenverteidiger wird heuer kein Spiel mehr bestreiten können. Im Heimspiel gegen die Admira am Samstag (18.30 Uhr) soll die nationale Unserie dennoch beendet werden.

Violett vier Spiele ohne Sieg

Vier Runden ist die Austria in der Meisterschaft sieglos, dazu kam noch das Aus im Cup-Achtelfinale gegen Rapid. In den vergangenen eineinhalb Monaten gab es einzig in der Europa League mit dem 4:1 in Rijeka ein Erfolgserlebnis. Auf Rang fünf liegend haben die Wiener schon sieben Zähler Rückstand auf den Dritten Rapid und 13 auf Spitzenreiter Sturm. Die Admira liegt punktegleich mit der Austria auf dem sechsten Platz und hat ebenfalls vier Ligaspiele nicht gewonnen.

"Man wird eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz sehen", sagte Fink am Tag vor dem Spiel. Westermann habe sich bereits in Rijeka verletzt, wie eine Untersuchung ergab, muss der Deutsche nun unters Messer. Nach der Operation wird der 34-Jährige erst Mitte Jänner wieder einsteigen können. Der 16 Jahre jüngere Aleksandar Borkovic ist sein Ersatzmann. "Er hat Riesenqualität und nun die Chance, sich zu zeigen", meinte Fink.

Milan im Hinterkopf

Ein Sieg würde seiner Elf gut tun, "um mit vollem Elan nach Mailand zu fahren". Am Donnerstag geht es in der Europa League mit dem Auswärtsspiel bei Milan weiter, die Austria hat noch die Chance auf den Aufstieg. Vorerst gilt es aber, mit einem Dreier gegen die Admira wieder Fuß in der Liga zu fassen. "Jetzt zählt nur die Meisterschaft", betonte Fink, der aufgrund der andauernden Verletzungssorgen wenig Spielraum für Rotation hat. Mit Blick auf die Tabelle war sich der Austria-Coach aber sicher: "Wir werden noch die Punkte machen, um oben dran zu bleiben."

Für Unruhe sorgten diese Woche auch Spekulationen über den möglichen Abgang von Raphael Holzhauser in der Winterpause. Der Spielgestalter hat seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert, es zeichnet sich derzeit auch keine Einigung ab. Zwischen dem Angebot der Austria und den Forderungen seines Managements soll sich eine Kluft aufgetan haben. Fink erklärte dazu: "Es ist klar, dass er mit seinen Leistungen andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht hat und es schwer wird, ihn zu halten."

Interesse an Sax

Selbst fündig werden könnte die Austria bei der Admira. Die Südstädter seien laut Fink eine sehr interessante Mannschaft mit Spielern, die Interesse erweckt hätten. Einer davon ist Maximilian Sax, um den sich die Austria bereits Ende August bemühte. Der Flügelspieler könnte im Winter eine Klausel nutzen, um kostengünstig aus seinem Vertrag herausgekauft zu werden. Admira-Coach Ernst Baumeister hat ein Frühjahr ohne Sax bereits "im Hinterkopf".

Auch Christoph Knasmüllner steht bei den Maria Enzersdorfern nur noch bis Saisonende unter Vertrag. Der Offensivmann betrieb zuletzt Eigenwerbung, erzielte fünf der letzten sechs Admira-Tore. Seit dem 4:2 gegen den LASK wartet das Baumeister-Team bereits auf einen Sieg. "Aber wir haben von unseren letzten acht Ligaspielen auch nur eines verloren", hielt der Chefbetreuer dagegen.

Baumeister fordert 100 Prozent

In der Ligapause versuchte Baumeister, seine Mannschaft auf die abschließenden sechs Runden des Jahres einzustimmen. Der langjährige Austria-Profi hatte nach dem 0:0 gegen den WAC angekündigt, einige Akteure "wieder auf den Boden zurückzuholen". Nun berichtete er von einer positiven Trainingseinstellung. "Keine Mannschaft kann es sich leisten, dass einige Spieler zwei, drei Prozent weniger geben", betonte Baumeister, der vor der Austria warnte: "Ein angeschlagener Gegner ist immer gefährlich."

Verzichten muss die Admira auf Daniel Toth, der Kapitän kann heuer aufgrund seiner Hüftprobleme nicht mehr einlaufen. Die Statistik spricht für einen Erfolg der Südstädter: In den vergangenen fünf Bundesliga-Duellen zwischen den beiden Clubs gewann jeweils das Auswärtsteam. Den einzigen Sieg einer Heimmannschaft in den letzten elf Begegnungen feierten die Wiener Anfang Mai 2016 mit einem 3:1 in der Generali Arena. (APA, 17.11.2017)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen

FK Austria Wien – FC Flyeralarm Admira (Samstag, 18.30 Uhr, Ernst-Happel-Stadion, SR M. Schüttengruber). Bisheriges Saisonergebnis: 3:1 (a). Saison 2016/17: 1:2 (h), 2:0 (a), 0:2 (h), 6:1 (a).

Austria: Pentz – Gluhakovic, Kadiri, Borkovic, Salamon – Serbest – Tajouri, Prokop, Holzhauser, Pires – Friesenbichler

Ersatz: Kos – Stark, De Paula, Lee, Alhassan, Monschein, Sarkaria

Es fehlen: Klein (Mittelfußknochenbruch), Martschinko (Kreuzbandriss), Westermann (Knie), Hadzikic (Sprunggelenksblessur), Ruan (Sehnenabriss Oberschenkel), Grünwald, Almer (beide rekonvaleszent), Venuto (teilweise im Mannschaftstraining), Pejic (gesperrt)

Admira: Leitner – Zwierschitz, Wostry, Strauss, Ebner – Lackner, Maier – Sax, Knasmüllner, Starkl – Grozurek

Ersatz: Kuttin – Holzmann, Posch, Maranda, Botic, Petlach, Kalajdzic

Es fehlen: Toth (Hüftprobleme), Jakolis (Sprunggelenksverletzung), Fischerauer, Cabrera (bei den Amateuren)

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