Projekt "Reichspark": Jan Böhmermann inszeniert NS-Themenpark für Fake-Doku

    17. November 2017, 08:23
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    "Horror-Darkride" und "historisch korrekter Nachbau" eines Konzentrationslagers

    Wien – Jan Böhmermann und Ralf Kabelka haben für eine Spezialausgabe ihres "Neo Magazin Royale" am Donnerstagabend das Projekt eines NS-Themenparks in Brandenburg inszeniert und offenbar auch AfD-Vertreter dafür kontaktiert. Die Fake-Doku: Ein angeblicher Unternehmer namens Ralph Gamper arbeite an dem Projekt "Reichspark".

    Zitate aus dem Fake-Präsentationsvideo für das Projekt: "Historisch korrekt, verantworungsvoll und familienfreundlich" werde die Zeit des Nationalsozialismus "erlebbar" gemacht, etwa die "Reichskristallnacht", sowie mit einem "Horror-Darkride" die Bombardierung Dresdens und in "Warland" die Schlacht um Stalingrad bei "authentischen minus 20 Grad". Zusätzlich gebe es ein "Re-Enactment" des Attentats auf Hitler. "Reichspark" biete auch den "historisch korrekten Nachbau" eines Konzentrationslagers.

    Das "Spiegel"-Portal "Bento" berichtet von Kontakten des falschen Unternehmers zur AfD: Auf einer Website der rechten Szene werde von einem Treffen des Potsdamer Landtagsmitglieds Thomas Jung im Oktober mit jemandem berichtet, der ihm den "Reichspark" schmackhaft machen wollte. Darin heißt es, bei dem Treffen habe Jung vor "verheerender Geschichtsklitterung" gewarnt und jede Unterstützung verweigert. Der Blog geht davon aus, dass "Satiriker" am Werk waren.

    neo magazin royale
    Der Trailer zu Böhmermanns Spezial über das "Unternehmen Reichspark".

    Böhmermanns Spezial berichtet auch in der Spezialausgabe einer Virtual-Reality-Visualisierung von Auschwitz-Birkenau aus Italien. Und er zeigt Aussagen von AfD-Politikern, man müsse den Deutschen nicht mehr die zwölf Jahre der NS-Zeit vorwerfen. (red, 17.11.2017)

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