ORF spart kommendes Jahr 69 Millionen Euro und 48 Jobs

16. November 2017, 17:27
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Der Finanzplan sieht 2018 ein operatives Plus ohne Einmalerlöse wie Verkäufe vor – 989 Millionen Umsatz, 635 aus Gebühren erwartet

Wien – Der ORF hat seinen Stiftungsräten seinen Finanzplan für 2018 vorgelegt, quasi das Budget des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wie schon 2017 will der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus dem operativen Geschäft und ohne sogenannte Einmalerlöse positiv abschließen.

Bis 2016 verhalfen Verkaufserlöse von Grundstücken wie dem Wiener Rosenhügel-Areal zu schwarzen Zahlen. Oder der ORF hoffte zumindest darauf und kalkulierte – wie 2016 – mit dem Verkauf des Funkhauses. Der kam so nicht zustande – durch Anrainerproteste und ausständige Widmung verzögerte sich ein geplanter Zubau für Programmmitarbeiter auf dem Küniglberg und stellte schließlich den vereinbarten Abzug etwa von Ö1 aus der Argentinierstraße gänzlich infrage. Ergebnis: 2016 schrieb der ORF ohne die kalkulierten Funkhauserlöse rund 30 Millionen Euro Minus.

Operatives Plus schon 2017

Schon für das laufende Jahr 2017 rechnen ORF-Chef Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Andreas Nadler nach unbestätigten STANDARD-Informationen über den gerade vorgelegten Finanzplan mit 2,8 Millionen Euro Ergebnis vor Steuern im ORF, ohne Einmalerlöse. Geplant waren 0,4 Millionen Plus.

2018 soll der – nicht gewinnorientierte – ORF laut Infos über den Finanzplan 1,5 Millionen Ergebnis vor Steuern erzielen.

69 Millionen Einsparungen

Der ORF spart laut Finanzplan 2018 rund 69 Millionen Euro, davon je rund 32 Millionen aus Personal- und Sachkosten. Die Maßnahmen: Er reduziert Produktionspersonal um neun Prozent, streicht 48 Jobs, setzt Pensionskassenbeiträge aus, er reduziert Teamanmietungen und friert die Sachkostenbudgets ein.

Die Zusammenlegung der "Heute"-Sendungen mit "Guten Morgen Österreich" habe zudem Synergien realisiert, heißt es im Finanzplan. Die Produktion dieser Sendungen wurde ausgelagert, was die Personalkosten senke. Die Technikdirektion soll Anmietkapazitäten reduzieren. Die Erträge sollen laut Finanzplan 2018 um 3,2 Millionen steigen.

989 Millionen Umsatz

Der ORF erwartet für 2018 989 Millionen Umsatz, 2017 sollen es nach aktuellem Stand 983,3 Millionen im Einzelunternehmen ORF werden (der Konzern mit Töchtern setzte schon 2016 999,3 Millionen um).

635 Millionen Euro sollen laut Finanzplan 2018 aus Gebühren kommen (625 sollen es nach jüngsten Zahlen 2017 werden). 226 Millionen Euro soll 2018 die Werbung beisteuern, 2017 rechnet der ORF hier mit 229 Millionen Euro. (fid, 16.11.2017)

  • Et voilà: schwarze Null ohne Verkaufserlöse im Finanzplan für 2018 von ORF-General Alexander Wrabetz.
    foto: apa/georg hochmuth

    Et voilà: schwarze Null ohne Verkaufserlöse im Finanzplan für 2018 von ORF-General Alexander Wrabetz.

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