Tote und Verletzte: Schwere Unwetter in Griechenland dauern an

    16. November 2017, 15:24
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    Staatstrauer in Griechenland nach den tödlichen Überschwemmungen westlich der Hauptstadt

    Nach den schweren Überschwemmungen westlich von Athen hat das nationale meteorologische Institut in Griechenland vor weiter ungewöhnlich starken Regenfällen und starken Winden in den nächsten Tagen gewarnt. Nach Angaben des Innenministeriums in Athen am Donnerstag kamen 16 Menschen bei der Katastrophe im Westen der Hauptstadt um. Mittwochnacht waren noch mehr Tote befürchtet worden. Sicherheitskräfte hatten nach vier als vermisst gemeldeten Bewohnern gesucht.

    Die Schulen in dem Gebiet blieben am Donnerstag geschlossen, die Autobahn zwischen Athen und Korinth war bereits im Lauf des Mittwochs wieder befahrbar. Die Aufräumarbeiten werden durch das anhaltende Regenwetter aber erschwert. Meterhohe Schlammmassen hatten am frühen Mittwoch nach einer Regennacht die Kleinstädte Mandra und Nea Peramos, rund 30 Kilometer westlich von Athen, zum Teil zerstört. Autos und Busse wurden von gewaltigen Wassermassen fortgespült. 16 Menschen kamen in den Fluten um. Ein Pensionist ertrank im Keller seines Hauses, zwei weitere Männer wurden von dem Wassterstrom ins Meer gerissen. 17 Bewohner sind verletzt und werden in Spitälern behandelt.

    Athen weitgehend trocken

    Während es in Athen selbst weitgehend trocken war, brach die Katastrophe über einen kleinen Landstrich westlich der Hauptstadt herein. Zwar hatte das Wetteramt am vergangenen Sonntag eine Woche mit besonders schlechten Wetter angekündigt. Auf der kleinen Insel Symi in der Ostägäis nahe Rhodos war es zuvor zu schweren Überflutungen gekommen. Doch auf eine weitere, lokal begrenzte Katastrophe solchen Ausmasses war niemand vorbereitet. Der Landstrich zwischen Mandra und Megara liegt eine halbe Autostunde von Athen auf dem Weg nach Korinth und ist weitgehend ein Industriegebiet. Die Kleinstädte liegen am Fuß des mit 1000 Metern nicht allzu hohen Gerania-Gebirges zwischen dem Golf von Korinth und dem Saronischen Golf, der Athen und Piräus vom Peleponnes trennt.

    Regierungschef Alexis Tsipras erklärte einen nationalen Trauertag und versprach Soforthilfe für die Bewohner. Die griechische Staatsanwaltschaft leitete bereits Ermittlungen ein. Es scheint offensichtlich, dass eklatante Mängel in der Infrastruktur und Siedlungsbauten, die ohne Bauplan oder zumindest ohne zureichende Aufsicht der Behörden enstanden sind, zu dem Ausmaß der Katastrophe führten. (Markus Bernath; 16.11.2017)

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