Geschäftsbericht positiv: Rapid ist Hot-Dog-Rekordverkäufer

16. November 2017, 12:55
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An die Rekordwerte von 2015/16 kam Grün-Weiß letzte Saison nicht heran, bei einem Umsatz von rund 44 Millionen Euro blieb ein Gewinn von rund 2,3 Millionen

Wien-Hütteldorf – 182.903 Krügel Bier, 38.365 große Spritzer, 70.805 Hot Dogs mit Käsekrainer und immerhin 3.330 Pizzen hat der SK Rapid in der Saison 2016/17 in den Heimspielen an Mann und Frau gebracht und nicht nur damit gutes Geld verdient, wie der am Donnerstag im Allianz-Stadion präsentierte Geschäftsbericht der Grün-Weißen ergab.

Rund 44 Millionen Umsatz

Bereits zum fünften Mal in Folge konnte man ein positives Ergebnis erwirtschaften. Nach dem Rekordumsatz von rund 48 Millionen Euro (inklusive 9,3 Millionen Transfererlöse) und einem Gewinn von 11,6 Millionen Euro in der vorherigen Saison konnte man diesmal Umsatzerlöse in Höhe von rund 43,95 Millionen Euro erwirtschaften und einen Gewinn von 2.288.319 Euro verbuchen. Damit wurde auch das Eigenkapital erhöht. Mit Ende Juni lag dieses bei rund 12,5 Millionen Euro auf einem historischen Höchstwert.

"Wir haben unsere Ziele erreichen können", betonte Rapids Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek. "Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, wie die abgelaufene Saison sportlich verlaufen ist."

Mit der Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League wurde ein Gewinn von rund 4,1 Millionen Euro erwirtschaftet, aus dem heimischen Fußballbetrieb musste man allerdings ein Minus von rund 1,28 Millionen Euro hinnehmen. Gründe dafür seien zum Beispiel die Aufstockung des Gehaltsbudgets nach der Rekordsaison um zwei Millionen Euro, vorzeitige Vertragsverlängerungen gültiger Spielerverträge und ungeplante Personalwechsel im sportlichen Bereich.

Nahezu 370 Prozent Steigerung bei Hospitality

Besonders stolz ist man in Hütteldorf auf das Ergebnis aus dem Bereich Sponsoring und Hospitality. Alleine aus dem nationalen Bewerb konnten 17 Millionen Euro umgesetzt werden, mit der Europa League kommt man auf 17,9 und weist damit mehr als beispielsweise der Schweizer Serienmeister und Champions-League-Stammgast FC Basel auf. Mit beim Ticketing (5,63 Millionen Euro) aus Meisterschaft und Merchandising (3,33 Millionen Euro) erzielte man neue Vereinsrekorde. Den Umsatz aus dem Hospitality-Bereich vermochte man um nahezu sagenhafte 370 Prozent steigern.

Eher ungewöhnlich war hingegen die negative Transferbilanz von rund 540.000 Euro. Dies sei jedoch der Tatsache geschuldet, dass nach dem Rekordgewinn 2015/16 massiv in Neuzugänge investiert wurde. Trotzdem konnte man zum bereits neunten Mal in den letzten zehn Saisonen mit einem positiven Jahresbericht abschließen.

In den Top 50 Europas

Insgesamt belaufen sich die sogenannten "non-broadcasting-revenues" (ohne TV-Rechte) auf 34,7 Millionen Euro, ein im internationalen Vergleich respektables Ergebnis. "Bei den eigenvermarkteten Geschäftsfeldern ist der SK Rapid in die Top 50 Europas eingezogen. Darauf sind wir sehr stolz und das zeigt, dass die eingeschlagene Strategie richtig war", so Rapids Finanzchef Raphael Landthaler.

Peschek blickt hoffnungsvoll voraus: "Dass wir diese Zahlen trotz des sportlich sehr durchwachsenen Jahres geschafft haben, stimmt sehr zuversichtlich für die Zukunft. Unsere Wachstumsstrategie hat weiter gegriffen, trotz der in vielerlei Hinsicht einmaligen Vorsaison mit Platz eins in der Europa League-Gruppenphase konnten wir in fast allen Bereichen signifikant zulegen." Generell sei man nun in vielen Bereichen auf einem Niveau angekommen, das man selbstredend weiter nach oben entwickeln wolle. Als große Herausforderung sehe man es nun an, die erreichten Zahlen wieder zu schaffen und somit zu stabilisieren.

Zudem wolle man neue Geschäftsfelder ausschließlich zum Zwecke der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit entwickeln, dabei aber weiter wirtschaftliche Vernunft walten lassen. "Denn bekanntlich spielen wir nicht Fußball um Geld zu verdienen, sondern verdienen Geld, um möglichst erfolgreich Fußball spielen zu können", so der 34-jährige Wiener. (Thomas Hirner, 16.11.2017)

  • Mit dem neuem Stadion lässt sich in Hütteldorf gut wirtschaften, auch wenn es in der abgelaufenen Saison sportlich nicht nach Wunsch lief.
    foto: apa/hans punz

    Mit dem neuem Stadion lässt sich in Hütteldorf gut wirtschaften, auch wenn es in der abgelaufenen Saison sportlich nicht nach Wunsch lief.

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