Mindestens vier Gebote für ProSieben-Digitalsparte

    16. November 2017, 12:48
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    Aushängeschilder der Digitalsparte sind das Vergleichsportal Verivox, die Kennenlern-Portale Parship und ElitePartner sowie der Parfümhändler Flaconi

    Mindestens vier Finanzinvestoren wollen sich Insidern zufolge an Verivox, Parship und anderen Internet-Unternehmen von ProSiebenSat.1 beteiligen. Unter anderem hätten EQT und General Atlantic Offerten für einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an der Digital-Sparte des bayerischen Fernsehkonzerns vorgelegt, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

    Insgesamt gebe es "eine Handvoll" Bieter. ProSieben Digital werde dabei mit mehr als 1,3 Milliarden Euro bewertet.

    Wachstum ankurbeln

    ProSiebenSat.1 will mit den externen Investoren das Wachstum seines Digital-Geschäfts ankurbeln, um sich weniger abhängig von den bröckelnden Fernsehwerbe-Einnahmen zu machen. Die Digital-Plattform steht inzwischen für ein Viertel des Umsatzes. Das Unternehmen und die Bieter wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

    Aushängeschilder der Digitalsparte sind das Vergleichsportal Verivox, die Kennenlern-Portale Parship und ElitePartner sowie der Parfümhändler Flaconi. "Da sind einige gute Unternehmen dabei, aber auch ein paar Kröten", sagte ein Finanzinvestor, der sich gegen ein Offert entschieden hat. Viele Private-Equity-Fonds stoßen sich auch daran, dass ProSiebenSat.1 sich nur von einem Minderheitsanteil trennen will. Die meisten Investoren pochen bei ihren Beteiligungen auf weitgehende Mitspracherechte. Die Reiseportale sind aus dem Verkaufsprozess ausgeklammert. Er wird von der Investmentbank JPMorgan organisiert.

    Auch der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto sucht Insidern zufolge Minderheitseigentümer im Online-Geschäft: Zum Verkauf stehe ein Anteil am Internet-Modehändler About You, der 2016 in einer Finanzierungsrunde mit 320 Millionen Euro bewertet worden war, sagten mehrere mit der Suche vertraute Personen. Der Verkauf wird von der Investmentbank Goldman Sachs organisiert. (APA, 16.11. 2017)

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